Verseuchte Erde am Leinfeldener Bahnhof Bei Altlasten-Sanierung drohen Lärm und Gestank
An den Bahngleisen in Leinfelden sollen in Kürze Schadstoffe im Boden chemisch unschädlich gemacht werden. Später wird verseuchte Erde abgetragen.
An den Bahngleisen in Leinfelden sollen in Kürze Schadstoffe im Boden chemisch unschädlich gemacht werden. Später wird verseuchte Erde abgetragen.
Im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofs in Leinfelden stehen umfangreiche Bodensanierungsarbeiten bevor. Im Februar sollen Rodungsarbeiten auf der Grünfläche zwischen den Bahngleisen und der Bahnhofstraße auf Höhe der Häuser mit den Nummern 45 bis 53 beginnen. Im dritten und im vierten Quartal dieses Jahres sollen dann unter der Bahnhofstraße sowie in tieferen Bereichen der Grünfläche mittels der sogenannten „DI-ISCO Sanierung“ die seit Jahrzehnten dort befindlichen Schadstoffe per Injektion von Chemikalien in den Boden unschädlich gemacht werden. Vom dritten Quartal 2025 bis zum zweiten Quartal 2026 sollen die oberen Bodenschichten der Grünfläche und der Randbereich zur Bahnhofstraße mittels Baggeraushub und Großlochbohrungen abgetragen und ausgetauscht werden. Dies geht aus einem als Handout bezeichneten Papier der Deutschen Bahn für die Anwohner hervor.
Als Grund für das seit Jahren geplante Sanierungsvorhaben nennt die Deutsche Bahn als ehemalige Grundstückseigentümerin den Umstand, dass auf dem damals vermieteten Lagerplatz Janssen „erhebliche Schadstoffeinträge durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) in Boden und Grundwasser festgestellt“ wurden. „Durch die unsachgemäße Handhabung mehrerer Firmen, die von 1945 bis 1983 am Standort Lösemittel recycelt haben, sind Lösemittel in den Untergrund gelangt“, heißt es in dem Papier für die Anwohner. „Die DB hat den Schaden nicht verursacht, muss ihn als ehemalige Grundstückseigentümerin aber beheben“, heißt es in der Information weiter.
Der Start des umfangreichen Sanierungsprojektes war zwischenzeitlich früher geplant, als Gründe für die Verzögerung nannte ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Zeitung unter anderem „schwierige Bodenverhältnisse“ sowie den Umstand, dass „sich der Schaden unerwartet gegen die Grundwasserfließrichtung“ in Richtung der Bahnhofstraße ausgebreitet habe.
Vom Sommer dieses Jahres an sollen nun wenige Meter entfernt von der Stelle an der Bahnhofstraße vor Haus Nummer 47, an der 2019 das „DI-ISCO“-Verfahren in einem Pilotversuch getestet worden war, in insgesamt fünf Bereichen der Grünfläche und der Bahnhofstraße Injektionen mit einer Permanganat-Lösung in den Boden folgen.
„DI-ISCO“ steht für „Druckinjektionsunterstützte Sanierung durch In-Situ chemische Oxidation“: Die Schadstoffe im Boden sollen oxidieren. Beim 2025 geplanten Bodenaustausch in anderen Bereichen des verseuchten Areals soll Aushub mit fünf bis zehn Lastwagenfahrten pro Arbeitstag weggeschafft werden. Mit Wegesperrungen, Lärm und „für die Gesundheit unbedenkliche Gerüchen“ wird dem Handout zufolge zu rechnen sein. Dafür sei nach der Sanierung „keine Untersuchung der Raumluftsituation in den Kellern der angrenzenden Wohngebäude mehr erforderlich“.