Vertragsverlängerung mit Chris Führich Ein Deal mit Signalwirkung

Chris Führich hat beim VfB Stuttgart langfristig verlängert. Foto: Baumann

Der VfB Stuttgart hat kurz vor Ende des Transferfensters in Deutschland noch einmal Nägel mit Köpfen gemacht. Nationalspieler Chris Führich verlängert seinen Vertrag langfristig.

Sport: Philipp Maisel (pma)

Der VfB Stuttgart ist mit einem klaren Ziel in den Transferwinter gegangen. Sportchef Fabian Wohlgemuth kündigte bereits vor Jahreswechsel an, dass es recht wenig Bewegung im Kader des Clubs geben würde. Vielmehr wolle man den Fokus darauflegen, mit Schlüsselspielern zu Einigungen zu kommen und so frühzeitig die Weichen für eine gemeinsame Zukunft zu stellen.

 

Chris Führich, Waldemar Anton, Enzo Millot und Pascal Stenzel hießen die adressierten Akteure. Der Club arbeitete Sie der Reihe nach ab. Kapitän Anton verlängerte vorzeitig bis 2027, Stenzel bis 2026 und der zum Unterschiedsspieler avancierte Millot sogar bis 2028. Die Gespräche verliefen allesamt zielorientiert und flüssig. Nur mit Führich gestaltete sich die Lage schwieriger. Logisch, schließlich spielt der Rechtsfuß seine beste Saison, seit er in Stuttgart ist. Mit fünf Toren und sechs Vorlagen und diversen Pre-Assists hat er einen wesentlichen Anteil am Stuttgarter Aufschwung. Führich ist laut den Daten des Instituts für Spielanalyse aktuell an 35 Prozent der VfB-Tore direkt oder indirekt beteiligt. Nicht nur deshalb hat er gute Chancen auf einen Platz im EM-Kader in diesem Sommer. Sein Marktwert steigerte sich entsprechend auf aktuell 17 Millionen Euro, legt man die Bewertungen einschlägiger Portale zugrunde.

Führich steigt zum Topverdiener auf

Dieser Umstände war man sich auch bei „KL Sportsbase“ bewusst. Die Agentur aus Düsseldorf vertritt Führich und erwies sich als hartnäckiger Verhandlungspartner für die Stuttgarter Entscheider, Sportvorstand Alexander Wehrle und eben Wohlgemuth. Die Gespräche zogen sich über mehrere Runden, stockten zwischenzeitlich gänzlich, nahmen dann rund um die Partie des Clubs gegen RB Leipzig wieder Fahrt auf. Ein Durchbruch wurde erzielt. Noch am Wochenende gab der 26-Jährige seine mündliche Zusage bis 2028 – natürlich zu verbesserten Bezügen. Führich steigt nun in die Riege der VfB-Topverdiener auf, steigert sein Grundgehalt um eine siebenstellige Summe auf nun rund 2,5 Millionen Euro. Dem Vernehmen nach wurden noch diverse Boni vereinbart, etwa für das Erreichen eines internationalen Wettbewerbs. Und der VfB kam wohl auch nicht umhin, eine Ausstiegsklausel zu gewähren.

Soweit die klassischen Begleiterscheinungen des Transfers. Nicht minder ins Gewicht fallen Bedeutung und Aussagekraft des Deals. Es ist historisch betrachtet schon weit mehr als eine Dekade her, dass der Club seine Schlüsselspieler halten konnte. Normalerweise werden einem Club wie dem VfB die besten Spieler Jahr für Jahr weggekauft. Diese Zeiten scheinen zumindest temporär passé. Der Club hat, auch gestärkt durch verbesserte Marketing-Einnahmen und dem groß angekündigten und nun auch bald formell vollzogenen Porsche-Deal, finanziell ganz andere Möglichkeiten als zuletzt. Auch wenn er immer noch einen signifikanten Transferüberschuss im kommenden Sommer erzielen muss. Zudem ist die vorzeitige Verlängerung mit Führich auch ein Zeichen für eine mittelfristige Kaderplanung, die bereits die kommende Saison im Blick hat – bei der, wenn nichts Gravierendes mehr passiert, eine Mehrbelastung durch den internationalen Wettbewerb zu bedenken ist.

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