Vesperkirche in Stuttgart Sorge um Sicherheit

Von Uli Meyer 

Die Vesperkirche Stuttgart hat erstmals nach der Meinung ihrer Gäste gefragt. 150 Fragebögen sind dabei zusammengekommen.

Für die meisten ist das Essen das wichtigste Angebot in der Vesperkirche. Foto: Lg/Julian Rettig
Für die meisten ist das Essen das wichtigste Angebot in der Vesperkirche. Foto: Lg/Julian Rettig

S-Mitte - Auch eine Institution mit Tradition will nicht stets nur „weiter so“ sagen. Deshalb hat sich die Vesperkirche Stuttgart erstmals in ihrem 25-jährigen Bestehen zur Aufgabe gestellt, den Bedürfnissen und Meinungen ihrer Besucher genauer auf den Grund zu gehen. Während der vergangenen sieben Wochen der am Samstag endenden Saison wurde eine schriftliche Umfrageaktion durchgeführt. Unter dem Motto „Gäste fragen Gäste“ gingen Interviewer auf die Besucher zu. „Fast keiner lehnte eine Befragung ab, sondern viele haben sogar gern Auskunft gegeben“, sagte Projektleiterin Inga Hartenstein über die hohe Bereitschaft.

Manche Angebote sind nicht bekannt

150 ausgefüllte, anonymisierte Fragebögen sind zusammengekommen. Die Ergebnisse wurden am Mittwochabend im Rahmen des Dankabends für die ehrenamtlichen Helfer in der Leonhardskirche präsentiert. Dass das von der Vesperkirche angebotene Essen für fast alle (137) das wichtigste Angebot ist, überrascht nicht. Dahinter folgen in abnehmender Häufigkeit die Punkte Gemeinschaft, Veranstaltungen, Waren, Kälteschutz, Atmosphäre, Andacht, Friseur, Arzt und Impfungen. „Es kam dabei aber auch heraus, dass viele Besucher von manchen Angeboten gar nichts wissen“, so Hartenstein.

Dieser mangelnde Überblick wurde häufig bei der Frage „Was fehlt Ihnen in der Vesperkirche?“ aufgeführt. Ein Schwarzes Brett oder andere organisatorische Hilfen könnten Abhilfe schaffen. Die größte Sorge der Besucher gilt jedoch der Sicherheit und dem Wohlbefinden. Gut ein Drittel der Antworten weist darauf hin, dass es oft zu aggressiv und zu laut zuginge und sich manche vor Drogen-, Alkohol- und Gewaltübergriffen fürchten.

Thema bei der Stuttgarter Armutskonferenz

Auch zur Einschätzung der momentanen persönlichen Lebenssituation hatte es auf dem Fragebogen Platz. „Aber da haben wir feststellen müssen, dass man differenzierter fragen muss, um brauchbare Ergebnisse zu bekommen“, sagt Inga Hartenstein nach der Auswertung. Insgesamt wertete sie die Aktion als Erfolg: „Es kamen auch einige sehr kreative und hilfreiche Vorschläge.“ Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann sieht das ähnlich: „Das ist ein Auftrag für uns, mit diesen Ergebnissen weiterzuarbeiten. Und das werden wir auch tun.“ Die Umfrageauswertung soll auch in die Stuttgarter Armutskonferenz am 24. Mai einfließen.

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