VfB Stuttgart So äußert sich Sportchef Michael Reschke zu Tayfun Korkut

Von Dirk Preiß 

Nach nur zwei Punkten aus fünf Bundesligaspielen ist die Lage beim VfB Stuttgart mal wieder kritisch. Das sagt der Sportvorstand Michael Reschke am Tag nach der Niederlage in Leipzig.

Arbeiten seit Januar zusammen: VfB-Sportchef Michael Reschke (li.) und Trainer Tayfun Korkut Foto: Baumann 9 Bilder
Arbeiten seit Januar zusammen: VfB-Sportchef Michael Reschke (li.) und Trainer Tayfun Korkut Foto: Baumann

Stuttgart - Die Enttäuschung wird größer, die Kritik lauter, doch auch am Tag nach der Niederlage des VfB Stuttgart bei RB Leipzig hat Michael Reschke das Vertrauen in die Arbeit seines Trainerteams nicht verloren. Im Gegenteil. Zwei Tage vor dem wichtigen Heimspiel gegen Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr) stützt der Sportvorstand des VfB seinen Coach Tayfun Korkut demonstrativ. „Die Stabilität, die ihn als Mensch auszeichnet, die zeichnet ihn auch als Trainer aus“, sagte Reschke über Korkut, nachdem die beiden zusammen mit den Co-Trainern die Partie 0:2-Niederlage in Leipzig analysiert hatten. „Er ist total ruhig und fokussiert“, ergänzte Reschke, „und er geht das Thema mit einer ganz klaren Ansprache an die Mannschaft an.“

Das Thema, das die Stimmung rund um den Verein beherrscht, ist der schwache Saisonstart. Aus im Pokal, nur zwei Punkte in der Bundesliga, bei alldem fünf Pflichtspiele ohne eigenen Treffer. „Dass im Moment unsere Situation nicht einfach ist, ergibt sich ja aus dem Tabellenstand“, sagt Reschke und gibt zu, dass er zum jetzigen Zeitpunkt gerne „sechs oder sieben Punkte“ gehabt hätte. Weil er aber gewusst habe, dass es auch anders kommen könne, bleibt er noch einigermaßen ruhig: „Es ist noch viel zu früh, irgendein Fazit zu ziehen.“ Allerdings: Ganz so gelassen, wie er sich nach außen gibt, ist auch der erfahrene Sportchef nicht.

Reschke erwartet einen „Schritt nach vorne“

Zumindest erwartet er für das Heimspiel gegen den SV Werder nicht nur einzelne gute Phasen seiner Mannschaft. „Es gab in den vergangenen Spielen auch viele positive Ansätze, Phasen, in denen man gesehen hat, dass wir eine gute Substanz haben in der Mannschaft“, sagt Reschke und fordert: „Die Aufgabe ist es nun, dies über die gesamten 90 Minuten hinzubekommen.“ Die Hoffnung ruht dabei schon auf der Partie am Samstag gegen die stark gestarteten Bremer: „Für uns ist wichtig, dass wir am Samstag nach dem Spiel gegen Bremen alle das Gefühl haben: Das war ein gutes Spiel, wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Natürlich hoffen wir inständig darauf, dass wir das Spiel auch gewinnen.“ Auch ein Unentschieden samt guter Leistung könne aber auch ein Schritt nach vorne sein.

 

Mit dem Szenario einer weiteren Niederlage und einer dann womöglich anderen Einschätzung der Gesamtkonstellation „beschäftigen wir uns im Moment überhaupt nicht“, versicherte Reschke. Dass alle Beteiligten unter Druck stehen, bestritt Reschke nicht, meinte aber auch: „Jedes Bundesligaspiel bedeutet eine Drucksituation – für Spieler, Trainer und das Management.“ Korkut meinte zur Zusammenarbeit mit Reschke und de restlichen Clubführung: „Wir sind im Profifußball. Da geht es nicht um Rückendeckung oder Vertrauen oder Streicheleinheiten.“ Er brauche das nicht und konzentriere sich weiter darauf, seine Mannschaft bestmöglich auf das jeweils nächste Spiel vorzubereiten.

In der Mannschaft hat der Sportvorstand positive Signale wahrgenommen. Er sagt: „Der Wille, nun wieder Fahrt aufzunehmen, ist groß. Da gibt es keine Nachlässigkeiten.“