VfB Stuttgart bei Borussia Mönchengladbach Warum sich beim VfB hinter der Doppelsechs eine Lücke auftut

Gemeinsam sind sie stark: Atakan Karazor (links) und Angelo Stiller vom VfB Stuttgart behaupten sich hier gegen den Dortmunder Giovanni Reyna. Foto: Baumann/Volker Müller

Angelo Stiller und Atakan Karazor sind im zentralen Mittelfeld des VfB gesetzt. Allerdings gibt es nicht viele Alternativen zu ihnen. Reagieren die Stuttgarter nun auf dem Transfermarkt?

Sport: Carlos Ubina (cu)

Für Angelo Stiller ist es eine Selbstverständlichkeit. Er lässt sich aus der Abwehr heraus immer anspielen – ganz gleich, ob er einen oder zwei Gegner im Rücken spürt. Der Ball soll zu ihm. Um sich mit dem Spielgerät am Fuß aufzudrehen; um mit einem einfachen Pass neue Räume zu eröffnen; um den Spielrhythmus zu bestimmen. So versteht der Mittelfeldmann des VfB Stuttgart sein Spiel. Er befindet sich im Zentrum des Geschehens.

 

„Dafür braucht es neben technischen Fertigkeiten auch Mut“, sagt Sebastian Hoeneß vor dem Auswärtsspiel an diesem Sonntag (17.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach über Rolle in der Schaltstation des Fußball-Bundesligisten. In Stiller hat der Chefcoach seine Wunschbesetzung für diese Position gefunden. Hoeneß und der 22-Jährige kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München und beim Bundesligisten TSG Hoffenheim. Und in Stuttgart läuft es von Beginn an. Weil auch der Mann für den zweiten Teil der Doppelsechs überzeugt: Atakan Karazor.

Stiller und Karazor ergänzen sich auf dem Spielfeld gut, da sie sich für alle Aufgaben zuständig fühlen. Defensiv wie offensiv. Beide präsentieren sich laufstark und scheuen keine Zweikämpfe. Beide suchen mit ihren Pässen den Weg nach vorne, wenngleich die Stärken unterschiedlich ausgeprägt sind.

Stiller gleicht einer Passmaschine. Karazor stopft viele Löcher vor der Abwehr. „Ata hat im Spiel mit dem Ball aber richtig gute Entwicklungsschritte vollzogen“, sagt Hoeneß. Der 27-Jährige selbst meint, ebenso durch den Weggang von Wataru Endo vorwärts gekommen zu sein. Da er nach dem Wechsel des Japaners zum FC Liverpool noch mehr in der Verantwortung steht. Nicht nur als Kommunikator im Team, sondern vor allem als Impulsgeber auf dem Platz.

Über strategisches Geschick verfügen wiederum beide Mittelfeldspieler. Diese Fähigkeit werden Stiller und Karazor nun im Borussia-Park benötigen, um die gewünschte Spielkontrolle zu erlangen. Denn Hoeneß will den Gladbachern mit ihrem Tempo und ihren Technikern nicht das Feld überlassen. „Wir müssen ihnen die Räume nehmen und brauchen selbst eine gute Struktur in unserem Spiel“, sagt der VfB-Trainer.

Auf Stiller und Karazor ist dabei Verlass – doch dahinter tut sich personell eine Lücke auf. Sollte einer von ihnen ausfallen, steht nur Genki Haraguchi als Alternative mit Erfahrung zur Verfügung. Lilian Egloff, ein weiterer Kandidat, absolviert nach einer Knieverletzung zwar Teile des Mannschaftstrainings, aber an einen Einsatz ist noch nicht zu denken. Außerdem kamen beide Profis beim Tabellendritten zuletzt nicht über den Status eines Ergänzungsspielers hinaus.

Wie es für Haraguchi und Egloff über die Saison hinaus weitergeht, ist noch offen. Ihr Verträge laufen im Sommer aus. Aus dem Nachwuchsbereich erhielten in diesem Jahr Samuele di Benedetto (U 21) und Christopher Olivier (U 19) die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Dennoch halten die Stuttgarter auf dem Transfermarkt „Augen und Ohren offen“ (Hoeneß), um sich gegebenenfalls in diesem Bereich zu verstärken.

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