An diesem Samstag gastiert der VfB bei Werder Bremen. Wir zeigen, wo die Stärken der Norddeutschen liegen – und wie die Stuttgarter zum Erfolg kommen können.

Sport: David Scheu (dsc)

Das erste Auswärtsspiel der neuen Saison führt den VfB Stuttgart in den hohen Norden: An diesem Samstag (15.30 Uhr/Liveticker) ist das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo zu Gast beim Aufsteiger SV Werder Bremen, der wie der VfB mit einem Remis am ersten Spieltag gestartet ist. Viele Beobachter erwarten ein ausgeglichenes Duell zweier Teams auf Augenhöhe. Was muss der VfB beherzigen, um an der Weser zu punkten?

Die Räume auf außen nutzen. Bremen spielt wie der VfB in einem 3-5-2-System – wobei sich die Flügelspieler oft weit mit nach vorne einschalten. In der Auftakt-Partie beim VfL Wolfsburg (2:2) wurde vor allem Mitchell Weiser auf rechts außen immer wieder gesucht. Einerseits kommt auf den VfB damit die Herausforderung zu, die eigene offensiv ausgerichtete linke Seite zu schließen.

„Das könnte gerade für Silas ein bisschen unangenehm werden, hier immer die richtige Position zu finden, wann er zurück in die Kette muss und wann er höher stehen darf“, sagt der Taktikexperte und Sportwissenschaftler Jonas Bischofberger im Podcast unserer Redaktion. Andererseits entstehen hinter den aufgerückten Bremer Flügelspielern auch immer wieder Räume, in die der VfB mit seinen schnellen Offensivakteuren stoßen könnte.

Bittencourts Kreise einengen. Zum Auftakt gegen RB Leipzig (1:1) hatte der VfB in der Anfangsphase Schwierigkeiten, die Räume vor der Abwehr zu schließen. Vor allem auf der halblinken Seite rissen immer wieder Lücken, die Naouirou Ahamada und Wataru Endo erst im Verlauf des Spiels stopfen konnten. Genau in diesem Bereich wirbelte bei Bremen zuletzt im halbrechten Mittelfeld Leonardo Bittencourt, der gegen Wolfsburg bester Mann seines Teams war und immer wieder Angriffe mit überraschenden Aktionen einleitete.

Schafft es der VfB, das Zentrum zu schließen und Bittencourts Kreise einzuengen, dürften auch die beiden Stürmer Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug (zusammen 40 Tore in der Vorsaison) nicht allzu oft mit Bällen gefüttert werden. Allerdings steht hinter Bittencourts Einsatz ohnehin noch ein kleines Fragezeichen: Er setzte am Donnerstag wegen Problemen an der Ferse mit dem Training aus.

Das Eins-gegen-eins suchen. Wenn Sasa Kalajdzic auf dem Feld steht, agiert der VfB oft und gerne mit Flanken auf den langen Österreicher. Allerdings hat sich die Bremer Hintermannschaft zum Auftakt ebenfalls immens kopfballstark gezeigt: Milos Veljkovic auf der zentralen Position in der Dreierkette und sein linker Nebenmann Marco Friedl gewannen jeweils 100 Prozent ihrer Luftduelle im Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Im Eins-gegen-eins am Boden hatte die Bremer Defensive dagegen ab und an ihre Schwierigkeiten – hier könnte der VfB mit seinen dribbelstarken Offensivspielern wie Tiago Tomas oder Silas Katompa zum Erfolg kommen.

Der Kulisse trotzen. In Bremen steigt das erste Bundesliga-Spiel seit 15 Monaten, in das Werder zudem mit dem Rückenwind eines überraschenden Auswärtspunkts zum Auftakt in Wolfsburg geht. Das Publikum im vollen Weserstadion wird entsprechend euphorisiert sein – und für den VfB dürfte es bei heißen Temperaturen von 32 Grad zunächst darum gehen, dagegenzuhalten. Dass die Stuttgarter das können, haben sie allerdings bereits durch die leidenschaftliche Defensivleistung gegen RB Leipzig unter Beweis gestellt.