Armin Veh vetraut im Tor des VfB Stuttgart neuerdings auf Thorsten Kirschbaum – und nun hat der Trainer einen enttäuschten Sven Ulreich auf der Bank des Fußball-Bundesligisten sitzen. Der Grund: eine pikante Vorgeschichte.
Stuttgart - Mit dem Gefühl ist das so eine Sache. Es kann gut sein und einen in seinem Vorhaben bestärken. Es kann aber auch schlecht sein und einen das Vertrauen verlieren lassen. Und wenn ein gutes und ein schlechtes Gefühl aufeinanderprallen, dann kann es so zugehen wie tief in Armin Vehs Bauch. Das eine Gefühl forderte: Mach’s! Nimm ihn raus! Das andere jedoch flüsterte: Nein! Lass ihn drin!
Armin Veh hat’s dann gemacht. Der Trainer des VfB Stuttgart hat Sven Ulreich aus dem Tor genommen – oder man könnte es auch andersherum ausdrücken: Er ist seinem Gespür in der sensiblen T-Frage gefolgt und hat unmittelbar vor dem Spiel gegen Hannover 96 Thorsten Kirschbaum zur neuen Nummer eins befördert.
Überzeugungstäter Veh
„Ich bin ein Überzeugungstäter“, sagt Veh, „und wenn ich von etwas überzeugt bin, dann mache ich es eben auch.“ Wohl wissend, dass die Neubesetzung des Postens zwischen den Pfosten keine einfache Personalie ist. Jahrelang wurde an Ulreichs Status als Stammtorhüter nicht gerüttelt. Nun verändert sich aber nicht nur auf dem Platz etwas, sondern ebenso außerhalb. Der gebürtige Schorndorfer hat bisher zu den wenigen Sprechern der Mannschaft gezählt, hat den Stuttgartern zumindest auf regionaler Ebene ein Gesicht verliehen und gehört zu den Lieblingen der Fankurve, weil er durch und durch ein VfBler ist.
Weshalb sich auch das Binnenklima in der Mannschaft verändert könnte. Denn Veh hat zu all seinen sportlichen Baustellen jetzt auch noch einen enttäuschten Ulreich auf der Bank sitzen. Äußern wollte sich der 26-Jährige zu seiner Situation aber nicht. Zu tief sitzt der Frust über den Sinneswandel des Trainers, der nach dem Fehler des Torwarts zum 2:2-Endstand in Dortmund immer mehr zur Gewissheit wurde: Veh will einen Schlussmann, der mehr Sicherheit und Selbstvertrauen ausstrahlt.
Hätte Ulreich am Mittwochabend alles richtig gemacht, wäre er nicht nur auf seinem Posten geblieben, sondern der ersehnte Wendepunkt für die Stuttgarter hätte eine ganz andere Wucht entwickelt, als es nun das 1:0 gegen Hannover tut. Diese verspielte Gelegenheit ärgerte Veh maßlos.