VfB Stuttgart Der Poker um Antonio Rüdiger spitzt sich zu

Während der Abwehrspieler beim VfB Stuttgart auf dem Absprung ist, könnte der Verein schon bald den argentinischen Linksverteidiger Emiliano Insúa verpflichten.

  Foto: Pressefoto Baumann 12 Bilder
  Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Die Verhandlungen über den Transfer von Antonio Rüdiger gehen in die konkrete Phase. Dem VfB Stuttgart liegen zwei Angebote aus dem Ausland vor. Doch den Innenverteidiger zieht es zum VfL Wolfsburg, wo er für sich die besten Perspektiven sieht. Aber auch bei den potenziellen Zugängen tut sich was beim Fußball-Bundesligisten: Der VfB ist sich mit Emiliano Insúa schon so gut wie einig. Der 26-jährige Linksverteidiger steht noch bei Atlético Madrid unter Vertrag.

Antonio Rüdiger hat am gestrigen Mittwoch versäumt, was er eigentlich so gerne macht: Fußball spielen. Der Verteidiger fehlte beim Mannschaftstraining des VfB Stuttgart. Offiziell, weil der Nationalspieler aufgrund seines verspäteten Einstiegs in die Vorbereitung individuell arbeitet. Inoffiziell ist jedoch klar, dass Rüdiger wegen seines geplanten Wechsels freigestellt war. Dafür weilte Rüdigers Halbbruder und Vertreter Sahr Senesie auf dem VfB-Gelände an der Mercedesstraße – und besprach sich mit dem Manager Robin Dutt.

Zwei konkrete Offerten liegen den Stuttgartern mittlerweile aus dem Ausland für den 22-jährigen Abwehrspieler vor: vom FC Chelsea und Atlético Madrid. Beide Angebote bewegen sich um die avisierte Ablösesumme in Höhe von 18 Millionen Euro. Nun hoffen die VfB-Verantwortlichen sogar, dass sich der Englische Meister und der spanische Topclub im Rüdiger-Poker noch etwas nach oben treiben.

Jetzt kann es schnell gehen

Allerdings gibt es bei den Verhandlungen das nicht unerhebliche Problem, dass Rüdiger zwar unbedingt in die Champions League will, aber noch nicht zwingend mit einem internationalen Spitzenteam. Was wiederum die Position des VfL Wolfsburg stärkt. Dorthin zieht es Rüdiger ein Jahr vor der EM in Frankreich aus sportlichen Gründen. Denn dort sieht er das Risiko minimiert, nicht zu spielen – und regelmäßige Einsätze sind für den Bundestrainer Joachim Löw ein Nominierungskriterium.

Doch die Wolfsburger bieten dem VfB bisher zwölf Millionen Euro an Ablöse, und der VfL-Manager Klaus Allofs meinte zuletzt, dass keine Bewegung in den Rüdiger-Transfer komme. Das hat sich aber geändert – und nun kann es ganz schnell gehen.

Aller Voraussicht nach wird Emiliano Insúa (26) demnächst wieder das machen, was er in seiner Karriere schon sehr oft gemacht hat: die Koffer packen, um den Standort zu wechseln. Darin hat der argentinische Linksverteidiger inzwischen ja Routine, da er bereits für mehrere Vereine in Europa tätig gewesen ist. In der Szene gilt er als Wandervogel, aber in Deutschland stand er noch nie unter Vertrag – was sich jetzt jedoch ändern dürfte. Denn nach StZ-Informationen sind die Verhandlungen mit dem VfB so weit fortgeschritten, dass bald mit einer Einigung zu rechnen ist.

Womöglich kommt Insúa

Damit hätte der Manager Robin Dutt die Baustelle auf der linken Seite der Abwehrviererkette geschlossen, nachdem Gotoku Sakai (zum Hamburger SV) und Konstantin Rausch (nach Darmstadt) den Club verlassen und Philip Heise (Heidenheim) schon verpflichtet wurde. Insúa ist dabei sicher mehr als nur eine Ergänzung – nicht nur, weil er eine Menge internationale Erfahrung besitzt. Bevor er in der vergangenen Saison von Atlético Madrid an Rayo Vallecano ausgeliehen wurde, spielte er bereits für den FC Liverpool, Galatasaray Istanbul und Sporting Lissabon, wo er seine bisher beste Zeit hatte. Zudem gewann Insúa 2007 mit der Juniorennationalmannschaft aus Argentinien die Weltmeisterschaft und wurde auch viermal in das A-Team seines Heimatlandes berufen.

Weil sein Vertrag bei Atlético noch ein Jahr läuft, müsste der VfB eine Ablösesumme zahlen. Im Gespräch sind gut zwei Millionen Euro, nachdem sein Marktwert 2013 vor dem Transfer nach Madrid noch zehn Millionen Euro betragen hatte.

Von Insúa heißt es, dass er taktisch gut geschult sei, was er in der abgelaufenen Runde auch bei seinen 23 Einsätzen für Vallecano unter Beweis gestellt hat. Seine Stärken liegen vor allem in der Defensivarbeit und da speziell im Stellungsspiel, bekanntlich ein Manko bei Sakai, Rausch – und auch bei Adam Hlousek, den der VfB für diese Position jetzt noch im Aufgebot hat. Wenn die letzten Details geklärt sind, steigt Insúa in Stuttgart in die Vorbereitung ein. Damit sind die Umbaumaßnahmen im Kader aber nicht abgeschlossen. So wird beispielsweise noch mindestens ein Innenverteidiger gesucht. Der Topkandidat ist der mexikanische Nationalspieler Hector Moreno (27) von Espanyol Barcelona.




Unsere Empfehlung für Sie