VfB Stuttgart Der VfB schneidet alte Zöpfe ab
Gentner, Beck, Aogo, Zieler: Die neue sportliche Führung des VfB Stuttgart krempelt nach dem Abstieg die Mannschaft radikal um – und das ist nur konsequent, meint unser Redakteur Gerhard Pfisterer.
Gentner, Beck, Aogo, Zieler: Die neue sportliche Führung des VfB Stuttgart krempelt nach dem Abstieg die Mannschaft radikal um – und das ist nur konsequent, meint unser Redakteur Gerhard Pfisterer.
Stuttgart - Mut steht für Thomas Hitzlsperger über allem. Der neue Sportvorstand des VfB Stuttgart hat keine Scheu, Dinge anders zu machen und alte Zöpfe abzuschneiden. Und das tut er nun im Verbund mit dem neuen Sportdirektor Sven Mislintat und dem neuen Trainer Tim Walter. Rigoros – auch wenn nicht alles gut ankommt, was sie vorantreiben bei ihrem Neuaufbau.
Die auslaufenden Verträge von Christian Gentner, Andreas Beck und Dennis Aogo wurden nicht verlängert. Damit gehen der langjährige Kapitän (Gentner), ein anerkannter Führungsspieler (Beck) und ein weiterer meinungsstarker Mann (Aogo). Ron-Robert Zieler, der ebenfalls weit oben in der Machtpyramide stand, lässt der VfB ebenfalls ziehen – auch den anderen verbliebenen Routiniers würden keine Steine in den Weg gelegt werden.
Noch ein Eckpfeiler der vergangenen Spielzeiten ist also weg in Zieler, es entsteht ein ganz neues Gerüst. Dieser radikale Schnitt wird durchaus kritisch beäugt. Das Fehlen des einen oder anderen erfahrenen Abgangs wird sich an mancher Stelle auch bemerkbar machen. Der Umbruch ist ein Risiko, aber eben auch eine Chance. Es können sich neue Gesichter etablieren, ohne fürchten zu müssen, einen Erbhof zu betreten.
Hitzlsperger und Co. ziehen ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf kurzfristige Verluste. Das ist nach der miserablen vergangenen Abstiegssaison, in der summa summarum niemand Pluspunkte sammeln konnte, letztlich nur konsequent.