VfB Stuttgart gegen 1. FC Heidenheim Wie Deniz Undav seine Geste beim Torjubel erklärt

Fragende Blicke in die Cannstatter Kurve: VfB-Stürmer Deniz Undav nach seinem Treffer zum 3:3 gegen den 1. FC Heidenheim. Foto: imago/eu-images

Mit seinem Treffer zum 3:3 rettete Deniz Undav dem VfB Stuttgart einen Punkt gegen den 1. FC Heidenheim. Wirklich freuen konnte sich der Stürmer aber nicht. Das hatte Gründe.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Wenn einem in der achten Minute der Nachspielzeit ein Treffer gelingt, der noch einen Punkt sichert, sollte es mit der guten Laune nach dem Abpfiff nicht weit her sein. Deniz Undav aber war nach dem 3:3 des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Heidenheim (alle Statistiken) alles andere als glücklich.

 

Schon direkt nach seinem Treffer schaute der Angreifer des VfB fragend und leicht verärgert in die Fankurve und hob sich den Zeigefinger ans Ohr. „Ich hatte das Gefühl, dass die Fans nach dem 2:3 aufgehört hatten, Stimmung zu machen“, erklärte er hinterher die Geste und meinte: „Eigentlich sind unsere Fans 90 oder 95 Minuten lang da.“ Undav gab aber auch zu, dass ihn vor allem die Leistung von ihm selbst und seiner Kollegen geärgert hatte.

„Ich war aber auch ein bisschen sauer, dass wir das Spiel aus der Hand gegeben haben“, sagte er, „es war arrogant, wie wir gespielt haben, defensiv hat keiner mehr was gemacht.“ Sogar „geschockt“ sei er deswegen gewesen.

Nach einer dominanten Leistung und einer 2:0-Führung hatte der VfB durch einen Fehler von Torhüter Alexander Nübel gegen den 1. FC Heidenheim in der 62. Minute den Anschlusstreffer kassiert. Danach war die Spielkontrolle verloren gegangen, der Heidenheimer Tim Kleindienst drehte mit zwei Treffern (84. und 85.) dann sogar das Spiel komplett.

„Normalerweise sind wir nach dem 2:0 konstant und versuchen als Team, das 3:0 und 4:0 zu schießen“, sagte Deniz Undav, „diesmal war es das komplette Gegenteil.“ Immerhin gelang dem Stürmer, der zuvor das 2:0 durch Angelo Stiller vorbereitet hatte, noch der Ausgleich.

Den anfänglichen Stimmungsboykott der Cannstatter Kurve (für zehn Minuten) wegen der vereinsinternen Querelen meinte Undav übrigens nicht mit seinem Appell an die Fans. Die waren dann zwischendurch noch einmal etwas ruhiger geworden. Dies lag aber an einem Notarzteinsatz. Ein Anhänger hatte sich bei einem Sturz eine Platzwunde zugezogen.

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