VfB Stuttgart gegen Union Berlin Gomez widerlegt sich selbst

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Erst bekennt sich der alternde Stürmer in einem Interview zu seinen Schwächen, im Relegationshinspiel gegen Union Berlin zeigt der 33-Jährige, dass doch noch was in ihm steckt.

Der Jubel von Mario Gomez (re.) ist gegen Union Berlin nur von kurzer Dauer Foto: Baumann 20 Bilder
Der Jubel von Mario Gomez (re.) ist gegen Union Berlin nur von kurzer Dauer Foto: Baumann

Stuttgart - Einen großen Auftritt hatte Mario Gomez bereits vor der Partie. Der Stürmer des VfB Stuttgart, der sich zuletzt öffentlich rar gemacht hatte, zeigte sich in einem ganzseitigen Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ selbstkritisch. Und redete offen über seine zuletzt immer öfter zu Tage tretenden Schwächen.

„Ich glaube, dass ich mich sehr gut einschätzen kann. Ich habe eine gute Nase für torgefährliche Situationen, und dazu kommt meine Dynamik. Meinen Riecher habe ich noch, aber meine Dynamik bringt mich nicht mehr in jedem Moment dahin, wo mich die Nase eigentlich hinführt. Ich bin da sehr ehrlich mit mir“, erklärte der 33-Jährige.

Gomez läuft und läuft

Am Abend widerlegte er dann vor 60 000 Fans im Stadion und einigen mehr vor den TV-Bildschirmen seine zuvor formulierte Selbsteinschätzung. Zur Halbzeit gegen Union Berlin eingewechselt, schnappte sich Gomez sechs Minuten später den Ball. Lief von der Mittellinie Richtung Berliner Tor. Und lief und lief. Bis er nur noch Abwehrspieler Marvin Friedrich und Torhüter Rafal Gikiewicz vor sich hatte. Ein abgefälschter Schuss – und Tor! Es war das wichtige 2:1, das der zuvor nicht sonderlich einfallsreichen VfB-Mannschaft neuen Schwung für die zweite Halbzeit bescherte.

Hier geht es zu den Einzelkritiken des Union-Spiels

Mit Dynamik, Energie, aber auch mit einigem Glück hatte der Angreifer diesen Treffer erzwungen. Womit er nicht nur sich selbst widerlegte, sondern auch seinen Kapitän Christian Gentner bestätigte. Dieser hatte im Vorfeld der Relegation gegen den Zweitligisten orakelt, „dass der Mario für uns noch eine wichtige Rolle spielen wird“. So kam es dann auch. Auch Gentner, der zusammen mit Gomez 2007 die Meisterschaft nach Stuttgart holte, trug seinen Teil dazu bei, dass es beim 2:2 (1:1) gegen die Berliner wenigstens für einen Teilerfolg reichte. Gentner brachte den VfB kurz vor der Pause in Führung – ebenfalls mit einem Tor der Marke Willensleistung. Nach einigen Wacklern im Spiel zeigte auch der 33-Jährige durch das 1:0 seinen Wert für den VfB, der bekanntlich mit einer Vertragsverlängerung zögert.

Siegessicher vor dem Rückspiel

Auch bei Mario Gomez ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass dies trotz fortlaufenden Vertrags sein letztes Heimspiel im VfB-Trikot war. Viel wird vom Rückspiel am kommenden Montag abhängen – und davon, ob das einstige Meister-Duo dem VfB noch einmal aus der Patsche helfen kann. „Wir haben eine zweite Chance, das Spiel zu gewinnen“, kündigte Gomez an, „das werden wir auch tun.“