VfB Stuttgart im E-Sport Ein deutscher Meister als Neuzugang – und hohe Ambitionen

Die Meisterschale der virtuellen Bundesliga im Arm von Antonio Radelja. Damals trägt er noch das Trikot von Eintracht Frankfurt – nun spielt er für den VfB Stuttgart. Foto: imago/Beautiful Sports//Buriakov

Mit ehrgeizigen Zielen startet das E-Sport-Team des VfB an diesem Sonntag in die neue Saison der Virtuellen Bundesliga (VBL). Ein Blick auf das runderneuerte Team.

An der Konsole und auf dem Rasen lief es für den VfB Stuttgart in der vergangenen Spielzeit ähnlich – durchwachsen. „Wir waren mit der letzten Saison nicht zufrieden“, sagt Deniel Mutic. Er ist Kapitän der E-Sport-Mannschaft mit dem Brustring. Sein Team beendete die Runde auf dem fünftletzten Platz der Virtuellen Bundesliga (VBL). Doch nun soll alles besser werden.

 

Dabei ist die Konkurrenz größer denn je: Ab der kommenden Saison sind alle Erst- und Zweitligisten von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) verpflichtet, ein E-Sport-Team zu stellen. Erstmals kämpfen daher 35 Teams, aufgeteilt in zwei Divisionen, um den Einzug in die Finals und den Titel. Deniel Mutic stört sich nicht am erhöhten Wettbewerb – im Gegenteil: „Wir sind Sportler und wenn mehr Teams in der Liga sind, reizt es zu zeigen, dass man der Beste ist.“ Einzig Union Berlin lehnt die Teilnahme ab und nimmt eine Geldstrafe in Kauf.

Ein amtierender Deutscher Meister an der Konsole für den VfB

Im Gegensatz zu den analogen Köpenickern legt der VfB in der kommenden Saison einen noch stärkeren Fokus auf sein Engagement im E-Sport, auch bei Übertragungen im Internet sollen Fans live dabei sein. Der Verein weiß um die Bedeutung des digitalen Sports insbesondere für die jüngere Zielgruppe. Um vom Boom des E-Sports zu profitieren, sind populäre Gesichter und Erfolge gleichermaßen wichtig.

Antonio Radelja verspricht beides. Der Neuzugang des VfB ist amtierender Deutscher Meister im Einzelspielermodus. Im Juni hat der VfB ihm noch zum Triumph gratuliert, nun ist der umworbene 22-Jährige von Eintracht Frankfurt an den Neckar gewechselt. Stuttgart habe sich intensiv um ihn bemüht und gute Gespräche geführt: „Deshalb habe ich mich schon frühzeitig für den VfB entschieden.“

Das Saisonziel lautet Top 8 – mindestens

Zudem kannte Radelja Deniel Mutic bereits – ein wichtiger Faktor. Der Kapitän schwärmt von seinem neuen Mannschaftskollegen: „Antonio ist ein sehr, sehr lustiger Mensch, mit dem man viel Spaß haben kann, der aber auch sehr ernst zur Sache geht.“ Der Neuzugang ist begeistert von der positiven Stimmung beim VfB. Während er sich in Frankfurt am Ende „nicht mehr zu 100 Prozent wohlgefühlt“ hat, mache es ihm nun „richtig Spaß, mit den Jungs zu trainieren“. Nach Stuttgart zu ziehen hat er hingegen bislang nicht vor – seine Arbeit lässt sich auch im Homeoffice erledigen.

Das Team komplettiert der „Junge Wilde“ Mateo Keser. Der Cannstatter Nachwuchsspieler hat sich über gute Leistungen in den Kader gespielt. Marcel Lutz verstärkt das Team als Analyst, Niklas Luginsland erstellt weiterhin digitale Inhalte rund um das Team.

E-Sport-Kapitän Mutic drückt auch der Bundesliga-Mannschaft die Daumen

Am kommenden Sonntag startet der VfB gegen den FC Augsburg in die neue Saison. Nach der langen Pause kribbelt es Mutic in den Fingern: „Wir sind ready, wir haben Bock.“ Das Ziel des VfB ist der Einzug in die Top Acht, für Antonio Radelja wäre alles andere „eine riesige Enttäuschung“.

Ob auch die Meisterschaft möglich ist? „Auf jeden Fall“, sagt Radelja, „es wird schwer, aber ich glaube es ist sinnlos zu sagen, dass es nicht drin ist, weil dann müsste ich die VBL gar nicht spielen.“ Der Neuzugang hat große Ambitionen. Im Einzelspielermodus will er seinen Titel verteidigen – dies ist bislang noch niemandem gelungen.

Am Ende des Gesprächs schwärmt der große VfB-Fan Deniel Mutic über die bisherige Saison der Bundesliga-Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß. Er mahnt seine Vereinskollegen, „erstmal kleine Brötchen“ zu backen – und korrigiert: „Kleine Maultaschen“. Den Moment aber, das steht völlig außer Frage, genießt er in vollen Zügen: „Wir schweben alle auf Wolke Sieben.“ Auch auf dem virtuellen Spielfeld soll es künftig steil nach oben gehen.

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