VfB Stuttgart Platz 17 vor dem 33. Spieltag? So lief es in den vergangenen Jahren

2010 schaffte Hannover 96 noch den Sprung von Rang 17 auf 15 und blieb in der Bundesliga. Foto: imago/imago sportfotodienst

Es gibt bessere Ausgangslagen als Tabellenplatz 17 bei nur noch zwei ausstehenden Spielen. Hoffnungslos ist die Lage des VfB Stuttgart aber nicht – das zeigt auch ein Blick zurück.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Der Sportdirektor des VfB Stuttgart hat ja empfohlen, sich dem Blick auf die Zahlen gar nicht erst hinzugeben. „Der Blick muss jetzt nicht auf die Tabelle gehen. Sondern auf die nächsten beiden Spiele“, sagte Fabian Wohlgemuth nach dem 1:1 am vergangenen Sonntag gegen Bayer Leverkusen. Das ist verständlich – schließlich benötigt das VfB-Team trotz der prekären Lage Zuversicht für die beiden finalen Partien am Sonntag (15.30 Uhr) beim 1. FSV Mainz 05 und am darauffolgenden Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim. Doch ganz unwesentlich ist die Lage auf dem Tableau der 18 Erstligisten auch wieder nicht.

 

Mit 29 Punkten rangiert der VfB vor den letzten beiden Spieltagen der Bundesliga-Saison auf dem 17. Platz. Es droht der dritte Abstieg innerhalb weniger Jahre – und aus eigener Kraft kann sich der Club höchstens noch auf den Relegationsplatz retten. Dann stünden zwei weitere Partien gegen den Dritten der zweiten Liga (aktuell ist das der Hamburger SV) an.

Die Lage ist also vertrackt, der VfB zum Siegen verdammt – und die Statistik der vergangenen Jahre ist zwar kein echter Mutmacher. Aber: Sie zeigt auch, dass die Stuttgarter trotz ihrer Ausgangssituation noch Hoffnung haben können.

Zwar sind in den vergangenen 14 Jahren von jenen Teams, die vor dem 33. Spieltag auf Rang 17 standen, am Ende auch neun abgestiegen. Andererseits gilt: Die Hälfte dieser Teams schaffte es zumindest noch auf den Relegationsrang. Vier Vereine nutzten hier die Chance und blieben über den Umweg der Entscheidungsspiele noch erstklassig. 2021 war das der 1. FC Köln (gegen Holstein Kiel), weshalb der heutige VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle das Prozedere der Saisonverlängerung in gar nicht so schlechter Erinnerung hat. Damals war er Geschäftsführer bei den Kölnern. Schon vor Wochen meinte er: „Die Relegation kann auch Spaß machen.“ 2020 schaffte der SV Werder Bremen (gegen den 1. FC Heidenheim) so über den Umweg die Rettung. Nach 32 Spieltagen hatten die Kölner wie nun der VfB 29 Punkte auf ihrem Konto gehabt, holten dann noch vier Punkte, die für die Relegation reichten. Bei den Bremern waren es sogar nur 28 Zähler vor dem 33. Spieltag. Ein Sieg am letzten Spieltag bedeutete dann den Sprung auf Rang 16.

Ein eigenes Beispiel macht Mut

Zwischen 2011 und 2013 retteten sich die jeweils 17. nach 32 Spielen ebenfalls in die Relegation. Borussia Mönchengladbach und 1899 Hoffenheim nutzten die Chance jeweils und blieben in der ersten Liga. Hertha BSC scheiterte 2012 dagegen in den Entscheidungsspielen an Fortuna Düsseldorf. Auch Energie Cottbus musste 2009 nach der Relegation absteigen.

Die Showdown-Spiele bieten also keine Garantie, obwohl sich meist der Bundesligist durchsetzt. Schmerzhaft erfahren musste das der VfB Stuttgart in der Saison 2018/2019. Damals war Platz 16 schon nach dem 32. Spieltag zementiert, nach zwei Unentschieden in den Relegationsspielen gegen den 1. FC Union Berlin mussten die Weiß-Roten dann runter. Logischerweise wäre es da geschickter, sich doch noch die direkte Rettung zu erarbeiten.

Die gelang von Platz 17 nach 32 Partien aus allerdings nur einem Club in den vergangenen 14 Jahren. Hannover 96 holte im Saisonfinale 2009/2010 unter Trainer Mirko Slomka noch zwei Siege und blieb mit 33 Punkten in der Bundesliga. Die Leidtragenden waren der VfL Bochum (Direktabstieg) und der 1. FC Nürnberg (Relegation). Ein Beispiel kann sich der VfB allerdings auch an seiner eigenen Geschichte nehmen.

Nicht an der von 2016. Da standen die Stuttgarter am 32. Spieltag mit 33 Punkten auf Rang 17 – und blieben nach zwei Niederlagen gegen den 1. FSV Mainz 05 und beim VfL Wolfsburg auch dort. Eher dient das Jahr zuvor als Hoffnungsschimmer. In der Saison 2014/2015 rangierte der VfB vor dem 33. Spieltag sogar auf Rang 18 der Tabelle. Dem Sieg gegen Mainz 05 folgten unter Trainer Huub Stevens dann zwei weitere Erfolge gegen den Hamburger SV und beim SC Paderborn – danach begann die Nichtabstiegsparty in Weiß und Rot.

Je ein Sieg an Spieltag 33 und 34 würde auch diesmal die Chancen deutlich erhöhen. Zumindest den Relegationsrang könnten die Stuttgarter dann sogar noch aus eigener Kraft erreichen – Stand jetzt abhängig allerdings von der Höhe eines potenziellen Erfolgs gegen 1899 Hoffenheim am letzten Spieltag.

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