VfB Stuttgart So tickt der neue Trainer Andreas Hinkel

Andreas Hinkel trainiert den VfB Stuttgart vorerst interimsmäßig. Foto: Baumann 12 Bilder
Andreas Hinkel trainiert den VfB Stuttgart vorerst interimsmäßig. Foto: Baumann

Bis auf weiteres ist Andreas Hinkel der Übungsleiter beim VfB Stuttgart. Es ist der vorläufige Höhepunkt der Trainerlaufbahn des VfB-Urgesteins.

Digital Unit: Philipp Maisel (pma)
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Stuttgart - Als die Profis des VfB Stuttgart am Sonntagmorgen den Trainingsplatz 1 auf dem Clubgelände betraten, war das Kapitel Tayfun Korkut bereits Geschichte. Ein Unbekannter war derjenige dennoch nicht, der nun das Wort führte. Sein Name: Andreas Hinkel. Sein Job: Übergangstrainer. Sein Status: Urgestein des VfB Stuttgart.

Wer den 36-Jährigen als solches bezeichnet, erntet wohl keinen Widerspruch. Der frühere Abwehrspieler kam mit zehn Jahren vom TSV Leutenbach in den Verein, durchlief alle Jugendmannschaften, wurde Deutscher B-Jugendmeister, war Teil der Jungen Wilden unter Felix Magath, wurde in Stuttgart zum Nationalspieler. Ein Junge aus der Region, ein Aushängeschild der guten Jugendarbeit, eine Identifikationsfigur für die Fans.

Später sammelte er internationale Erfahrung und mehrere Titel beim FC Sevilla und Celtic Glasgow. Ein Kreuzbandriss beendete seine Zeit in Schottland jäh. Er ließ seine Karriere beim SC Freiburg ausklingen und kehrte dann nach Bad Cannstatt zurück, um sofort die ersten Schritte als Trainer im Jugendbereich zu machen.

Erfolgreiche Zeit beim VfB Stuttgart II

Er war Trainer der U 12, übernahm die Co-Trainer-Funktion in der U 16 und unter dem heutigen Schalke-Trainer Domenico Tedesco in der U 17. Dann arbeitete er als Co-Trainer beim VfB II, den er ab 2017 dann als Cheftrainer erfolgreich trainierte. In seiner Debütsaison führte er die Mannschaft auf den siebten Platz der Regionalliga Südwest. Im Folgejahr wurde er mit einer stark verjüngten Mannschaft Zehnter, ehe er das Amt niederlegte, um seinen Fußballehrerschein zu machen. Im Verein hält man große Stücke auf das Eigengewächs.

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In den letzten Wochen hospitierte Hinkel unter Tayfun Korkut, war in die tägliche Arbeit eingebunden. Da erscheint es folgerichtig, dass die sportliche Führung um Michael Reschke gleich an ihn dachte als es darum ging, einen interimsmäßigen Nachfolger für den gescheiterten Deutsch-Türken zu finden. Hinkel kennt das Team bestens, hat mit Kapitän Christian Gentner, Mario Gomez und Andreas Beck 2006 noch zusammen gespielt.

Hinkel spricht die Sprache der Spieler

Zudem spricht er die Sprache der Spieler. Hinkel versteht es, sowohl für die junge Generation als auch für die Erfahrenen im Kader die richtigen Worte zu finden. Bereits bei seiner ersten Einheit am Sonntagmorgen war zu beobachten, dass ein guter Draht zur Mannschaft besteht. Bis auf weiteres wird Hinkel nun das Training leiten. Reschke betonte, dass der VfB „keinen Schnellschuss“ machen wolle bei der Trainersuche.

Formal könnte Hinkel auch in den kommenden Pflichtspielen – es geht gegen Borussia Dortmund die TSG Hoffenheim – an der Linie stehen. Zwar besitzt er noch nicht den Trainerschein, schließt seine Ausbildung erst im kommenden Frühjahr ab. Doch da er sich in der finalen Ausbildungsphase befindet greift eine entsprechende Ausnahmeregelung, die ihm die Teamleitung ermöglicht. Eine ähnliche Konstellation gab es beim VfB schon einmal unter Markus Babbel. In Andreas Schumacher, Matthias Schiffers und Marco Langner hat Hinkel Assistenten an die Seite gestellt bekommen.

Ist ein neuer Chefcoach gefunden, ist das nicht zwangsläufig das Ende des Engagements Hinkels. Sportchef Michael Reschke hält es für „nicht ausgeschlossen“, dass der 36-Jährige Teil des Trainerteams der Bundesligamannschaft bleibt.




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