VfB-Leihgabe Thomas Kastanaras spielt bei den Ulmer Spatzen regelmäßig und steht mit dem SSV Ulm an der Tabellenspitze der dritten Liga. Wie geht es mit dem Stürmer weiter?

Sport: Philipp Maisel (pma)

Thomas Kastanaras wurde in der Winterpause für sechs Monate vom VfB Stuttgart zum SSV Ulm ausgeliehen. „Im Fußball geht es darum, sich weiterzuentwickeln. Beim VfB waren die Chancen dafür geringer. Also habe ich mich für den SSV und Spielpraxis in der dritten Liga entschieden“, erklärte Kastanaras seine Entscheidung im Podcast „Spatzenfunk.“

 

Ihm gelang ein Einstand nach Maß. Zwei Tore und eine Vorlage in den ersten vier Einsätzen nährten die Hoffnung auf mehr. Doch Kastanaras kam eben auch in eine funktionierende Mannschaft, muss Woche für Woche um seinen Platz kämpfen und kann bis heute auf keinen Startelfeinsatz zurückblicken. Er erhält selten mehr Spielzeit als rund 20 Minuten pro Partie. Dennoch hält er seinen Wechsel „für richtig und wichtig“, denn schlussendlich geht es für ihn um „Spielpraxis im Profifußball“. Und die erhält er.

Kastanaras kommt in jeder Partie zum Einsatz. Für Cheftrainer Thomas Wörle ist der Stürmer so etwas wie die Brechstange. Wenn es eng wird und mehr die langen Bälle gefragt sind, dann kommt der Angreifer ins Spiel. Oft mit Erfolg. So wie vor wenigen Tagen im Spiel gegen Erzgebirge Aue. Wörle wechselte Kastanaras in der 71. Minute ein – und in der Nachspielzeit erzielte er das umjubelte 2:2 (90.+4).

Steigt Thomas Kastanaras mit dem SSV Ulm auf?

Ulm steht als Aufsteiger sensationell auf dem ersten Tabellenplatz, die Chancen auf den Durchmarsch sind da. Fünf Spieltage stehen in der dritten Liga noch aus. Alles scheint möglich, zumal wenn der „Kastanaras-Faktor“ weiter anhält. Seit der junge Angreifer vom Neckar an die Donau gewechselt ist, hat der SSV Ulm noch kein Ligaspiel verloren. An diesem Dienstag kehrt Kastanaras erstmals in die Landeshauptstadt zurück. Im Viertelfinale des WFV-Pokals (19 Uhr) geht es gegen die Stuttgarter Kickers – die nächste Möglichkeit für ihn, sportliche Ausrufezeichen zu setzen. Möglicherweise auch von Beginn an.

Es wäre ein Zeichen zur richtigen Zeit, schließlich stehen im Fußballgeschäft in diesen Tagen traditionell Gespräche über die Zukunft an. Die Chancen, sich beim VfB Stuttgart im zweiten Anlauf durchzusetzen, sind angesichts der Stuttgarter Stürmersituation um Serhou Guirassy, Deniz Undav und Jamie Leweling wohl eher überschaubar. Aber der SSV Ulm ist ja auch noch da.