VfB Stuttgart Der Manager

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Der Manager

Der Frust hat an diesem kalten Nachmittag in der Mercedes-Benz-Arena ein Gesicht – das von Fredi Bobic. Der Manager steht im Presseraum und schüttelt ratlos den Kopf. Dann fragt er die Reporter, ob es überhaupt noch Fragen gibt. Er könnte darauf gut verzichten, da er weiß, dass der Niedergang ohnehin kaum zu erklären ist. Schlüssige Antworten sind jedenfalls nicht in Sicht.

Bobic ist jetzt seit zweieinhalb Jahren im Amt. In dieser Zeit hat sich die Mannschaft nach und nach von einem Spitzenteam zu einer Durchschnittstruppe zurückentwickelt. Nun muss der VfB aufpassen, dass er nicht ganz nach unten durchgereicht wird. Bobic ist in diesem Zug zu einem lupenreinen Krisenmanager geworden, der nicht gestaltet, sondern nur den Mangel verwaltet und Schadenbegrenzung betrieben hat – mal besser, mal schlechter. Gerade ist alles mal wieder schlechter, sehr schlecht sogar.

Fredi Bobic wirkt angefressen

Das kann Bobic nicht verbergen. Er ist bleich und wirkt angefressen. „Wir liegen jetzt im Dreck und müssen uns da rausziehen. Das wird ein brutal harter und schwerer Prozess“, sagt er, um danach konkreter zu werden: „Wir müssen nun erst mal schauen, dass wir auf 40 Punkte kommen.“ 40 Punkte reichen normalerweise für den Klassenverbleib. Im Augenblick hat der VfB 25 Zähler. 15 Punkte fehlen also noch. Das heißt, Bobic ruft vor der Partie am Sonntag beim Leidensgenossen 1899 Hoffenheim offiziell den Abstiegskampf aus. „Wir sollten nicht so arrogant sein und denken, das geht von alleine“, sagt er.

Solche Sätze sind so ziemlich das Einzige, das er noch dazu beitragen kann, um das Allerschlimmste zu verhindern. Andere Patronen hat Bobic verschossen. Weil die Transferliste geschlossen ist, kann er bis zum Sommer keine neuen Spieler mehr verpflichten. Den Trainer kann er auch schlecht austauschen, nachdem er den Vertrag mit Bruno Labbadia erst vor zwölf Tagen verlängert hat. Da war die Krise schon in vollem Gange. Würde sich Bobic jetzt von Labbadia distanzieren, müsste er selbst einen Fehler eingestehen – der womöglich große Folgen hätte.

Was bleibt, sind Sätze, die wie Durchhalteparolen klingen. „Wir müssen die Jungs aufbauen“, sagt Bobic. Oder: „Wir müssen schnell Selbstvertrauen tanken.“ Oder: „Wir müssen die vielen individuellen Fehler abstellen.“




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