Victoria von Schweden Königlicher Hund Opfer von „Rassismus“
Seit Kronprinzessin Victoria von Schweden den vierbeinigen Neuzugang ihrer Familie präsentiert hat, hagelt es Kritik. Der erstaunliche Grund: Der Hund ist nicht reinrassig.
Seit Kronprinzessin Victoria von Schweden den vierbeinigen Neuzugang ihrer Familie präsentiert hat, hagelt es Kritik. Der erstaunliche Grund: Der Hund ist nicht reinrassig.
Stockholm - Ganz Schweden ist auf den Hund gekommen in diesen Tagen – und das ist in dem Fall wörtlich zu verstehen. Es geht um einen putzigen Mischling.
Ein munterer Welpe ist ins königliche Schloss der schwedischen Kronprinzessinnenfamilie in Solna bei Stockholm eingezogen. Die Kinder der zukünftigen Königin Victoria, Prinzessin Estelle und Prinz Oscar, seien mehr als nur entzückt, heißt es. Das Herumtollen mit dem neuen Familienmitglied im Schlossgarten nehme kein Ende. Die vier- oder nun quasi fünfköpfige Familie einigte sich auf den recht coolen Hundenamen Rio.
Doch nicht alle Schweden sind von dem lockigen braunen Hund mit seinen bezaubernden, schwarzen Knopfaugen begeistert.
Als Kronprinzessin Victoria das neue Familienmitglied im Internet mit einem Foto vorstellte, gab es einige Gratulationen, aber auch viel Naserümpfen. Denn Rio ist nicht reinrassig. Die Kronprinzessin hatte sich ausgerechnet für eine gewöhnliche Promenadenmischung entschieden. Der königliche Vierbeiner ist eine Mischung aus Pudel, die derzeit selbst bei den Hipstern in Berlin und New York sehr angesagt sind, und einem Cavalier King Charles Spaniel.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Die beliebtesten Hunderassen in Deutschland
Diese Hundemischung nennt sich Cavapoo, auch Cavoodle genannt. Es ist eine Hybridhunderasse. „Sie besticht nicht nur durch ihr überaus niedliches Aussehen, sondern auch durch ihre lebhafte und liebevolle Art“, heißt es im „Zooplus Magazin“. Wie könne die zukünftige Königin sich bloß einen Straßenköter mit ins Schloss nehmen, so lauten einige der gemeinsten Kommentare. Und dies, obwohl Rio doch schon zu den etwas feineren Mischungen gehört.
„Es ist traurig, dass die Kronprinzessin Mischrassenzüchtung fördert, etwas, gegen das der schwedische Hundebesitzerverband schon seit vielen Jahren kämpft“, lautet ein weiterer Kommentar. Dabei ist König Carl XVI. Gustaf, der Vater von Vickans (so der landläufige Spitzname der Kronprinzessin) auch noch Schirmherr des Verbandes. „Der König ist ja unser Schirmherr, und indem er seiner Tochter so etwas durchgehen lässt, hat er diese Schutzrolle überhaupt nicht wahrgenommen“, kritisiert der Züchterverbandssprecher Hans Rosenberg.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Welcher Hund bleibt immer cool?
Einige Mitglieder legen nahe, dass der Monarch dann genauso gut seine Schirmherrschaft ablegen könne. Oder ebenjenen Mischling aus dem Schloss seiner ältesten Tochter entfernen lässt – zugunsten eines reinrassigen Hundes. Doch die Kinder haben sich schon längst in Rio verliebt. Der soll auch beim derzeitigen privaten Abenteuerurlaub der blaublütigen Familie dabei sein.
„Ich verstehe, dass die Leute aufgebracht sind. Diese Familie ist ja eine von der Öffentlichkeit sehr wahrgenommene Familie. Viele werden die Kronprinzessin vermutlich nachahmen und sich auch einen Cavapoo zulegen“, sagt Rosenberg. „Dabei haben wir dem Kronprinzessinnenpaar zur Hochzeit extra einen reinrassigen Hund angeboten. Uns wurde da aber mitgeteilt, dass dies nicht nötig sei. Eine Hundeallergie in der königlichen Familie soll wohl den Ausschlag gegeben haben“, sagte Rosenberg gegenüber der größten Zeitung des Landes, „Aftonbladet“. Es gebe viele Untertanen im Königreich Schweden, die nun annehmen würden, dass gerade Cavapoos nicht allergieerregend seien, „aber solche Rassen gibt es nicht“, so Rosenberg.