Vierschanzentournee Die Weltspitze ohne deutsche Skispringer

Die deutschen Skispringer um Karl Geiger enttäuschten bei der Vierschanzentournee. Foto: imago/Oryk Haist

Die Deutschen springen bei der Vierschanzentournee hinterher. Nun kommt es auf die WM an – bei der es auch um die Zukunft des Bundestrainers geht, kommentiert Jochen Klingovsky.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Vielen Skispringern haben die Umstände bei der Vierschanzentournee 2022/23 aufs Gemüt geschlagen – weil nirgendwo außer im Auslauf der Sprunganlagen Schnee lag, fühlten sich die Wettbewerbe zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag nicht nach Wintersport an. Besonders betrübt waren die deutschen Athleten. Denn sie flogen zudem noch weit hinterher. Eine große Überraschung war das freilich nicht.

 

Schon seit dem Saisonstart Anfang November in Wisla suchen die erfolgsverwöhnten DSV-Springer nach Konstanz, dem richtigen Fluggefühl, ihrer Form. Bis zum Beginn der Tournee gab es nur einen Podestplatz durch Karl Geiger (Dritter in Titisee) – und ansonsten oft das große Grübeln. Das hat sich nicht geändert. Nach dem Abschluss in Bischofshofen steht endgültig fest: Die Weltspitze ist derzeit außer Reichweite.

Bei der WM geht es auch um die Zukunft von Stefan Horngacher

Nun ist Skispringen ein Sport, in dem viele kleine Komponenten eine große Rolle spielen können. Und wer 2022 noch zu zwei Olympiamedaillen flog, hat seither ja nicht sein Potenzial verloren oder macht plötzlich alles falsch. Dennoch gibt es Anlass zur Sorge. Weil der Abstand zu den Besten mittlerweile so groß ist, dass es kaum reichen dürfte, Kleinigkeiten zu verändern. Und weil es Stefan Horngacher in den vielen Interviews nicht mehr gelingt, den Eindruck, er sei derzeit ziemlich ratlos, mit stichhaltigen Argumenten zu widerlegen. Fakt ist: Der Druck auf den Bundestrainer wächst.

Sportdirektor Horst Hüttel verteidigte seinen Chefcoach zwar während der Tournee („Wir werden sicher nicht die Nerven verlieren“), wies aber zugleich darauf hin, wie entscheidend die nächsten sechs Wochen sein werden. Am 22. Februar beginnt in Planica die WM. Ob in Slowenien Schnee liegt? Wird dann nicht die entscheidende Frage sein. In Planica geht es um Medaillen. Und auch um die Zukunft von Stefan Horngacher.

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