Vogelzug in Stuttgart Störche machen Rast auf dem Fasanenhof
Mehrere dutzend Störche sind am Montagabend auf dem Fasanenhof gelandet. Ein Experte erklärt, warum das gar nicht so ungewöhnlich ist.
Mehrere dutzend Störche sind am Montagabend auf dem Fasanenhof gelandet. Ein Experte erklärt, warum das gar nicht so ungewöhnlich ist.
Am Montagabend ist im Stadtteil Fasanenhof ein besonderes Spektakel zu beobachten gewesen. „Es sind sehr viele Störche vorbeigeflogen, in meinem Sichtfeld etwa 30 Stück, die dann kurze Zeit später wieder zurückkamen und sich auf den höheren Gebäuden und auf der Kirche am Europaplatz niedergelassen haben“, schreibt eine Leserin unserer Zeitung. Dort hätten sie übernachtet und seien am nächsten Morgen noch zu beobachten und mit ihrem Klappern zu hören gewesen.
Michael Schmolz, Diplom-Biologe und Vogelexperte beim Nabu Stuttgart, bestätigt, dass der Vogelzug bereits in vollem Gange sei. Die Störche würden jetzt in Richtung ihrer Winterquartiere im Süden aufbrechen. „Sie fliegen gerne in kleinen Gruppen. Die Tiere kommen zum Beispiel auf großen Wiesen zusammen, wo sie viel Nahrung finden, und brechen dann gemeinsam auf“, sagt Schmolz. Dabei sind sie auf eine gute Thermik angewiesen. Wenn die Luftmassen abends absinken, dann landen auch die Störche und suchen sich einen Platz zum Schlafen. So sei es zu erklären, dass so viele Tiere gleichzeitig auf dem Fasanenhof die Nacht verbracht hätten. Auch bei Regen könnten Störche nicht fliegen, ergänzt der Diplom-Biologe. Darum rasteten vor einigen Jahren mehrere dutzend Störche mehrere Tage lang auf dem Gelände der Wilhelma.
Prinzipiell seien Störche in der Stadt nicht ungewöhnlich, weiß der Experte. „Es sind urbane Vögel, sie kennen den Menschen“, sagt Michael Schmolz. Die Bestände hätten sich in den vergangenen Jahren immer weiter erholt. War der Storch in den 90er-Jahren in Deutschland fast ausgestorben, hätte sich die Populationen mittlerweile dank verschiedener Gegenmaßnahmen wieder stabilisiert. Inzwischen brüten bundesweit rund 10 000 Storchenpaare. Michael Schmolz sagt: „Der Weißstorch ist wieder gut verbreitet, der Schwarzstorch aber noch selten.“