Volksabstimmung in der Region Göppingen: Klares Signal aus dem Täle

Göppingen - Wenn der Vergleich mit dem kleinen gallischen Dorf, das sich den Römern widersetzt hat, angebracht ist, dann gilt er bei der S-21-Volksabstimmung im Kreis Göppingen für die 1000-Seelen-Gemeinde Mühlhausen im Täle. Während das Votum insgesamt mit genau 63 Prozent deutlich für den Weiterbau das Milliardenprojekts ausfiel, sprachen sich in Mühlhausen 55,4 Prozent der Wähler für den Ausstieg aus. Auch der Quorumswert lag mit 35,8 Prozent mit weitem Abstand an der Spitze-dort hätte der Anteil der Jastimmen gereicht.

Bürgermeister Bernd Schaefer bewertet dieses Resultat als deutliches Zeichen, und zwar "nicht gegen Stuttgart 21 insgesamt, sondern gegen die ICE-Trasse und speziell gegen die Brücke über das Filstal". Als Schultes einer betroffenen Gemeinde wundere ihn das Ergebnis nicht. Man müsse aber das Gesamtvotum ebenso akzeptieren wie die Tatsache, dass fast 45 Prozent unserer Bürger für S 21 gestimmt hätten. "Wir sehen diese Abstimmung allerdings als Verpflichtung, in unseren Bemühungen für eine vernünftige Baustellenlogistik, ein sinnvolles Rettungswegekonzept und einen Lärmschutz auf der Brücke nicht nachzulassen", sagte Schaefer der StZ.

Das klarste Nein zum Ausstieg gab es in Böhmenkirch

Der Göppinger Landrat Edgar Wolff, zeigte sich angesichts des kreisweiten 37:63-Resultats "sehr erleichtert". In der Tendenz habe er mit diesem Ausgang zwar gerechnet, nicht aber in der Deutlichkeit, weil er von mehr Gegenwind ausgegangen sei. "Ich bin sehr froh, dass wir jetzt, was den S-Bahn-Ausbau ins Filstal angeht, endlich Planungssicherheit bekommen", fügte Wolff hinzu, der nun auch von einer Befriedung der ganzen Diskussion ausgeht.

Nicht ganz so eindeutig wie auf Kreisebene fiel die Volksabstimmung in den beiden Großen Kreisstädten aus. In Göppingen sprachen sich 41,2 Prozent der Wähler gegen eine Fortführung des Projekts aus, in Geislingen waren es sogar 42,7 Prozent. Noch deutlicher artikulierte sich im Landkreis - von Mühlhausen einmal abgesehen - nur noch Bad Boll mit glatten 48 Prozent. Das klarste Nein zum Ausstieg gab es, durchaus etwas überraschend, in Böhmenkirch (74,7 Prozent), gefolgt von Ottenbach (72,6 Prozent) und Lauterstein (71,0 Prozent). Als absolut repräsentativ, zumindest was den Kreis Göppingen angeht, dürfen sich Heiningen und Ebersbach (jeweils 37:63) fühlen.

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