Volkshochschule Fellbach Die Einrichtung denkt an Sicherheitsdienst

Von Dirk Herrmann 

Schreck in der Abendstunde für die Hausmeisterin der VHS: Täter hebeln Türen und Getränkeautomaten auf, stehlen Geld und flüchten vor der Polizei durch ein Fenster.

Tatort: Die VHS-Außenstelle in der Theodor-Heuss-Straße in Fellbach. Foto: Patricia Sigerist
Tatort: Die VHS-Außenstelle in der Theodor-Heuss-Straße in Fellbach. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Schreck in der Abendstunde: Nicht nur Momente, sondern mindestens Minuten der Verängstigung erlebte die Hausmeisterin der Außenstelle Fellbach der Volkshochschule Unteres Remstal am Freitag. Die Frau war gegen 22 Uhr gerade auf dem letzten Kontrollgang durchs Gebäude an der Theodor-Heuss-Straße, als sie bemerkte, dass offenkundig ein Einbrecher die Räume heimgesucht hatte.

„Die Angestellte hat sämtliche Türen aufgebrochen vorgefunden, dazu ebenfalls aufgebrochene Getränkeautomaten sowie leere Geldkassetten“, erläutert ein Sprecher des für Fellbach zuständigen Polizeipräsidiums Aalen. Das Besondere: Offenkundig waren der oder die Täter noch am Werk. Die Hausmeisterin erblickte zwar keinen von ihnen direkt, aber vermutete sie wohl zurecht in einem der Räume, da sie dort Geräusche vernahm. Nach Angaben der Leiterin der VHS-Zentrale in Waiblingen, Stefanie Köhler, hat die Hausmeisterin anschließend genau das Richtige getan – indem sie nämlich schnell das Haus verlassen und umgehend die Polizei angerufen hat. „Wer weiß, was passiert wäre, wenn sie einem der Täter plötzlich im Weg gestanden wäre“, sagt Köhler.

Die Polizei rauscht mit insgesamt drei Fahrzeugen an den Tatort

Die Ordnungshüter rauschten denn auch mit insgesamt drei Fahrzeugen heran und wurden von Zeugen beobachtet, wie sie mit gezückter Waffe das Gebäude durchkämmten. Der oder die Einbrecher waren da offenkundig noch in der Volkshochschule. Die Polizeibeamten konnten sie jedoch nicht mehr erwischen: „Sie sind durch ein Fenster geflüchtet“, erläutert der Polizeisprecher, vermutlich über die Räume im hinteren Bereich. Von den Einbrechern, die vor ihrer Flucht noch das Geld aus den Kassetten genommen hatten, fehlt deshalb bislang jede Spur. Durch die Demolierungen und Aufhebelungen entstand in der Volkshochschule ein Inventarschaden in Höhe von 2000 Euro. Wie viel Geld die Diebe in den Kassetten und Geldröhren vorgefunden hatten, konnte nach Polizeiangaben noch nicht abschließend geklärt werden. Wer am Freitagabend Verdächtiges rund um die Volkshochschule und in der Theodor-Heuss-Straße wahrgenommen hat, soll sich bei der Polizei in Fellbach unter Telefon 0711/ 57 72-138 melden.

In der Fellbacher Volkshochschule selbst haben, neben der Hausmeisterin, auch manche Mitarbeiter nach diesem Vorfall in ihrem Gebäude natürlich ein mulmiges Gefühl bekommen. Die Verantwortlichen überlegen nun, wie sie darauf reagieren sollen und wie das Haus besser zu schützen ist. „Wir haben ja seit Längerem schon Kaffeeautomaten oder Kessel angeschraubt“, berichtet die Fellbacher Zweigstellenleiterin Heike Burann, nachdem in früheren Jahren schon Sachen „Beine bekommen haben“, also kurzerhand mitgenommen wurden. Die Türen des Gebäudes sind wegen der Besucher der Abendkurse zumeist bis 21.30 Uhr geöffnet, dann greift die Schließautomatik – „das heißt, man kommt nicht mehr rein, nur noch raus.“

Die VHS-Gesamtleiterin Stefanie Köhler macht sich Gedanken, wie man künftig verfährt

Auch VHS-Gesamtleiterin Stefanie Köhler macht sich Gedanken, wie man künftig verfährt. „Das Konzept der Volkshochschule beruht auf einem offenen Haus“, sagt sie, „bis etwa 22 Uhr ist offen und erst dann zu.“ Vorfälle mit ungebetenen Gästen habe es auch in Waiblingen schon öfter gegeben, „dass etwa Partys im Treppenhaus veranstaltet wurden“. Da in jenem Haus am Alten Postplatz in der Kreishauptstadt auch andere Mieter beteiligt sind, hat der Gebäudebetreiber einen Sicherheitsdienst akquiriert, der alle halbe Stunde nach dem Rechten sieht.

Ähnliches überlegen sich die Verantwortlichen nach dem jetzigen Vorfall auch für Fellbach. „Wir dachten, wir sind mitten in einem Wohngebiet, da passiert nicht viel“, so Stefanie Köhler. Diese Überzeugung hat nun einen Dämpfer erhalten. „Wir haben im Kollegenkreis schon darüber gesprochen, dass wir auch für Fellbach die Sicherheit erhöhen müssen.“

Stefanie Köhler denkt an einen Sicherheitsdienst – gerade mit Blick auf den Umzug in den VHS-Neubau direkt am Fellbacher Bahnhof im kommenden Jahr. Über den Vorfall sowie auch diese Schlussfolgerung hat Stefanie Köhler am Wochenende auch Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull informiert.




Unsere Empfehlung für Sie