Volkshochschule Filderstadt Gemeinsam einen Maßanzug geschneidert

Bei der Eröffnung der Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen der VHS Filderstadt im Treppenhaus der Bildungseinrichtung wurde es eng. Foto: Claudia Barner
Bei der Eröffnung der Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen der VHS Filderstadt im Treppenhaus der Bildungseinrichtung wurde es eng. Foto: Claudia Barner

Die Volkshochschule Filderstadt hat viele Mütter und Väter. Sie feiern ein Wiedersehen beim 25-Jahr-Jubiläum.

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Filderstadt - Wenn die Gratulanten Schlange stehen, ist dies ein sicheres Indiz für die Bedeutung und Beliebtheit des Jubilars. So gesehen muss sich die Volkshochschule Filderstadt über ihr Ansehen und ihren Stellenwert in der Gemeinde keine Gedanken machen. Beim Jubiläumsfest zum 25. Geburtstag der Bildungseinrichtung durfte VHS-Leiterin Claudia Vöhl viele Hände schütteln. Eine Aufgabe, der sie gern nachkam: „Ich bin überwältigt. Mit einem solchen Andrang hatte ich nicht gerechnet.“

Die Devise hieß zusammenrücken. Im Treppenhaus der Volkshochschule wurde es eng, als die Oberbürgermeisterin Gabriele Dönig-Poppensieker die Feier und die Jubiläumsausstellung bei einem Sektempfang eröffnete. Die Rathauschefin schlug den Bogen von den Anfängen der Erwachsenenbildung in den 50er Jahren über die Geburtsstunde der ersten hauptamtlichen Außenstelle in Filderstadt vor 25 Jahren bis ins Jahr 2012, in dem sich die VHS gemeinsam mit der Kunstschule als größte außerschulische Bildungseinrichtung in der Stadt etabliert hat. „Sie bewegen die Kultur- und Bildungslandschaft positiv und nachhaltig“, attestierte die OB den derzeit 380 Dozentinnen und Dozenten.

Vieles war handgestrickt

Mit solch beeindruckenden Mitarbeiterzahlen konnte Peter Beck nicht punkten, als er 1987 als erster hauptamtlicher Leiter der Filderstädter Außenstelle sein Büro im Bürgerzentrum von Bernhausen bezog. Der Pädagoge nahm die Gäste bei der anschließenden Feierstunde in der Schillerhalle mit auf die Reise in die Vergangenheit: „Das Zimmer hatte etwa zehn Quadratmeter, keine Fenster – aber ein Telefon und eine elektrische Schreibmaschine.“ Überhaupt war damals vieles handgestrickt. Auch die Bewerbung von Peter Beck hatte mit den heutigen Auswahlverfahren nicht viel gemeinsam. „Ich kannte mich mit der Volkshochschule nicht aus, hatte nie einen Kurs besucht und kein Konzept“, verriet der Gratulant.

Im Nachhinein weiß er: „Das war genau richtig. Wir haben damals keinen Maßanzug gebraucht, sondern unter Beteiligung aller Betroffenen einen eigenen Maßanzug für Filderstadt geschneidert.“ Gemeinsam mit der ersten VHS-Sekretärin Edeltraud Traxler schuf Peter Beck die Grundlagen für ein Netzwerk, das bis heute trägt. „Viele Projekte und Strukturen, die wir damals aufgebaut haben, gibt es bis heute. Die VHS Filderstadt hat sich in den vergangenen 25 Jahren super entwickelt“, stellte er fest.

„Kostbarer Edelstein“

Das Lob ging an Gabi Alber, die im Juli 1995 die Leitung der VHS von Peter Beck übernahm und Claudia Vöhl, die seit 1999 verantwortlich ist. „Sie haben aus der Volkshochschule einen kostbaren Edelstein geformt, der auf alle Menschen in der Stadt ausstrahlt“, unterstrich SPD-Fraktionschef Walter Bauer stellvertretend für alle Gruppierungen des Gemeinderats. Der Wert einer solchen Einrichtung sei nicht zu unterschätzen. „Bildung emanzipiert Menschen und bildet die Grundlage für selbstständiges Handeln“, betonte Bauer.

Wie ernst es Claudia Vöhl und ihren Mitarbeitern mit diesem Auftrag ist, zeigte sich auch im Rahmen des Festes am Samstag. Das VHS-Team hat eine Tombola mit über 80 Gewinnen organisiert. Der Erlös aus der Losversteigerung fließt in die Kooperation mit der Fildertafel, die Menschen mit schmalem Budget den Besuch von VHS-Kursen ermöglicht.




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