1. Mai im Rems-Murr-Kreis Volle Bänke und Andrang am Grill

Den Helfern am Grill heizten die langen Schlangen und die Hitze ein. Foto: Eva Herschmann

Nicht nur bei der Pfadfinderhocketse in Fellbach sondern auch bei manchem Maifest im Kreis geraten die Helfer gehörig ins Schwitzen.

Freie Auswahl bei den Festivitäten, das hat nicht erst am 1. Mai bei allerlei Maibaum-, Wein- und sonstigen Festen und Hocketsen im gesamten Kreis gegolten. Manche Feier startete schon am Abend der Walpurgisnacht und hinein in den 1. Mai. In Waiblingen trieben etwa die Remshexen mitten in der Altstadt ihr festliches Unwesen und in Stetten Kelter wurde das Jubiläum der Nelkenrevolution in Portugal gefeiert.

 

Großer Andrang beim Fellbach Hopf

In Fellbach sorgte in eben jener Walpurgisnacht hin zum Tag der Arbeit einmal mehr der Fellbach Hopf bis in die Morgenstunden für Partystimmung in Locations quer durch die Stadt. Der aktuelle Gag: Selbst die Shuttlefahrten zwischen den Hopfstationen waren mit eingängiger Tanzmusik beschallt. Und wer auch am Morgen des 1. Mai noch nicht genug hatte, der konnte gleich zu den nächsten Festen übergehen. Denn nicht nur Maifeste boten quasi direkten Anschluss, sondern unter anderem auch die Großveranstaltung Pfalaho, die Hocketse der Pfadfinder.

Pfalaho – die große Hocketse der Pfadis

Allzeit bereit – das ist die weltweite Losung der Pfadfinder. Doch auch diese Bewegung kämpft mit Schwund an Engagement. Das spüren die Oeffinger, wenn es um die Arbeitseinsätze bei der traditionellen Pfalaho, der Pfadfinderlagerhocketse im Hartwald geht, deren 43. Auflage am 1. Mai gestartet ist. An diesem Donnerstag wird ein Ruhetag einlegt, bevor am Freitag und Samstag auf der grünen Wiese weitergefeiert wird.

„Zum einen ist der Donnerstag ein normaler Arbeitstag, an dem ohnehin kaum jemand kommt“, sagt Hannah Schiller vom Organisationsteam, „zum anderen haben wir zu wenige Helfer, um, wie im Vorjahr, vier Tage zu stemmen.“ Und Ehrenamtliche, die zupacken, braucht es eine Menge, um die Pfalaho auf die Beine zu stellen. Mehr als 100 sind es pro Schicht, die an der Kasse sitzen, Bier zapfen und Krüge spülen, grillen, Essen oder Getränke ausgeben. Zu erkennen sind die Helfer – wie in jedem Jahr – am einheitlichen T-Shirt, diesmal in Lila. Wie immer mit einer Botschaft: „100 Prozent Mensch – setzt euch ein gegen Rassismus“ ist in gelben Buchstaben aufgedruckt.

Vom beschaulichen Fest zum Großevent

Aus dem anfangs beschaulichen Fest ist längst eine Großveranstaltung geworden, die Scharen von Besuchern anlockt – kleine wie große. Für die Gastgeber heißt das Organisation, die lange vor dem Aufbau der Zelte und Garnituren beginnt – und mit dem Abbau am Sonntag auch noch lange nicht zu Ende ist. Seit September haben sich die Mitglieder der Pfalaho-AG regelmäßig getroffen, um das Fest vorzubereiten. Bereits im Winter hat Jakob Schiller dann die Bäume und die Büsche rund um das Festgelände gestutzt und vor wenigen Tagen noch einmal die Wiese gemäht. „Die Besitzer sind schon älter, wir pflegen das Grundstück, und sie stellen es uns jedes Jahr für die Pfalaho zur Verfügung“, sagt der gärtnerisch begabte Pfadfinder, der für alle Fälle auch 200 Kubikmeter Rindenmulch bereithält, falls das schöne Wetter nicht anhält.

Am Grill geraten die Helfer ins Schwitzen

Zum Auftakt am 1. Mai schien jedoch die Sonne, und der Andrang der Besucher war groß. Schon beim ökumenischen Gottesdienst, den der evangelische Pfarrer Markus Eckert und der Pastoralreferent Martin Wunraum gemeinsam gestalteten, waren die Plätze gut gefüllt. Die meisten Besucher blieben gleich zum Essen da und brachten nicht nur die Helfer an den zwei ohnehin heißen Grills – einem Grill für Steak und Rote und einem für vegane Würste – ins Schwitzen.

Musikalisch ist bei der Pfalaho ebenfalls Abwechslung angesagt. Nach dem Auftakt mit der Jugend und dem Blasorchester vom Musikverein Oeffingen am Feiertag geht es am Freitag rockiger weiter. Bewirtet wird ab 17 Uhr und dazu machen Maxi Melodys und The Buttonbefactory Stimmung. Am Samstag zum Festausklang legt DJ Pellex auf.

Bei den Cocktailzelten, die in diesem Jahr neu sind – und die am 1. Mai noch als Cafézelte gedient haben – bekommen die Pfadfinder übrigens Hilfe von Mitgliedern von „Allzeit bereit“, dem Freundes- und Förderkreis der Oeffinger Pfadfinderinnen und Pfadfinder. „Sie servieren am Freitag Cocktails aus ihrer Jugend“, sagt Hannah Schiller.

Volle Bänke bei vielen Maifesten

Ob „Weindorf auf Achse“ an seinen sechs Standorten oder die Hocketsen unter den Maibäumen und die rundum im Kreis: Von überall wird von ordentlichem Besucheransturm am ersten Mai berichtet. Es sei ja auch genial, berichten zwei Besucher beim Maifest an der Schnaiter Kelter am frühen Nachmittag bei Wurst und Weinschorle. Da könne man locker und bei bestem Wanderwetter gleich mal vier oder fünf Feste abwandern. Prompt steht eine Familie da, die auf die Sitzplätze der Wandersleute spekuliert. Freie Plätze sind mancherorts knapp am festlesreichen 1. Mai – nicht nur in Schnait.

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