Volleyball – Allianz MTV Stuttgart Meister-Team mit großer Zukunft

Von Jochen Klingovsky 

Jennifer Hamson komplettiert den Kader von Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart. Individuell, davon sind die Verantwortlichen überzeugt, ist ihr Team nun noch stärker. Eine Garantie für weitere Titel ist dies aber nicht.

Nicht nur im Block eine echte Größe: Jennifer Hamson (re.), hier noch im Trikot des VC Wiesbaden Foto: Baumann 15 Bilder
Nicht nur im Block eine echte Größe: Jennifer Hamson (re.), hier noch im Trikot des VC Wiesbaden Foto: Baumann

Stuttgart - Nach der gewonnenen Meisterschaft ging die Arbeit erst richtig los: Kim Renkema, Sportchefin von Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart, musste den Kader für die nächste Saison zusammenstellen. Nun meldet sie Vollzug – und ist zugleich sehr zufrieden: „Was die individuelle Qualität angeht, haben wir noch mal draufgepackt.“ Außenangriff In Julia Schaefer blieb nur ein bekanntes Gesicht übrig, allerdings wird sie im Anschluss an ihre Reha (nach Wadenbeinbruch) Stuttgart wohl vorerst verlassen – der Plan ist, sie für die nächste Saison auszuleihen, um ihr Spielpraxis zu verschaffen. Neu sind Celine van Gestel (Belgien), Channon Thompson (Trinidad und Tobago) sowie Alexandra Lazic (Schweden) – aus Sicht von Kim Renkema ein höchst vielversprechendes Trio. „Die Mischung ist perfekt“, sagt sie, „im Außenangriff sind wir einen Tick stärker als in der vergangenen Saison.“ Zumal es in Lara Berger (17) dahinter noch ein fast zwei Meter großes Talent mit viel Potenzial gibt, das sich in den nächsten drei Jahren in aller Ruhe weiterentwickeln soll.

Diagonalangriff Krystal Rivers (USA), beste Spielerin der abgelaufenen Bundesliga-Runde, schlägt weiter für den Meister auf. „Sie bleibt unsere Lebensversicherung“, sagt Sportchefin Renkema. Ihr zur Seite steht der letzte Neuzugang: Vom VC Wiesbaden kommt die 2,01 m große Jennifer Hamson (27), die schon jetzt eine spektakuläre Karriere hinter sich hat. Die US-Amerikanerin war Basketball-Nationalspielerin mit Profi-Vertrag bei den Los Angeles Sparks, ehe sie sich für Volleyball entschied und gleich in ihrem ersten Jahr in Wiesbaden voll einschlug. „Vom Körperprofil her ist sie das komplette Gegenteil von Krystal Rivers“, erklärt Renkema, „das kann uns ein großes Extra bringen.“

Nur auf einer Position hat sich nichts verändert

Mittelblock Um Größe geht es auch vorne am Netz. Juliet Lohuis (Niederlande/1,90 m), Martina Samadan (Kroatien/1,93 m) und Jenna Rosenthal (USA/1,98 m) bringen allesamt Gardemaß mit. Ob sie auch spielerisch an die hohe Qualität von Molly McCage (Karriereende) und Paige Tapp (Wechsel nach Italien?) heranreichen, muss sich aber noch zeigen. Renkema ist zuversichtlich: „Samadan ist ein großer Name, dazu kommen zwei riesige Talente. Es wird nicht leicht, unseren bisherigen Mittelblock zu ersetzen, aber ich bin überzeugt, dass sie es schaffen können. Das ist ein sehr interessantes Trio.“

Zuspiel Pia Kästner (20) zeigte zuletzt mit starken Auftritten im Nationaltrikot, warum sie als Zuspielerin der Zukunft gilt – und warum der Meister auch in den nächsten zwei Jahren auf sie setzt. Ihr zur Seite steht nun Kathleen Weiß (35/311 Länderspiele). Sie soll mit ihrer Erfahrung und ihrem guten Händchen helfen, Kästner die letzten Feinheiten zu vermitteln. „Die Kombination passt“, meint die Sportchefin, „auch im Zuspiel sind wir einen Tick stärker.“

Libera Die einzige Position, auf der sich nichts verändert hat: Roosa Koskelo und Annie Cesar gehören weiterhin zu den besten Duos, die es in der Bundesliga gibt.

Gelingt es, das Team der Zukunft zu formen?

Fazit Individuell, davon sind die Verantwortlichen überzeugt, ist der MTV besser besetzt als in der Meister-Saison, zugleich ist die zweite Reihe noch stärker geworden. Eine Garantie für weitere Titel ist das allerdings nicht. Weil es nun darauf ankommt, aus Spielerinnen aus acht unterschiedlichen Ländern möglichst schnell ein Team zu formen. „Wir haben sehr genau darauf geschaut, Siegertypen zu verpflichten, die auch gute Charaktere sind“, sagt Kim Renkema, „ob letztendlich aber die Persönlichkeiten aus den unterschiedlichen Kulturkreisen wirklich zueinander passen, hängt stark von jeder Einzelnen ab. Diesen Prozess zu gestalten, ist eine große Herausforderung für uns alle.“ Aber auch eine Arbeit, die sich lohnen könnte. Sechs Spielerinnen des Kaders haben (zumindest) Zwei-Jahres-Verträge, bei drei anderen hält der Verein eine Option. „Unser Ziel ist natürlich, nicht jedes Jahr einen derart großen Umbruch zu haben“, erklärt die Sportchefin, „wenn alles gut läuft, könnte dies unsere Mannschaft der Zukunft sein.“ Es wäre, so viel ist sicher, eine große Zukunft.

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