Volleyball in Ludwigsburg Der MTV erfindet sich neu
Der Ludwigsburger Sportverein poliert seine Abteilung auf. Seit dieser Saison laufen die Mannschaften als Barrock Volleys auf, über kurz oder lang sollen mehrere Aufstiege realisiert werden.
Der Ludwigsburger Sportverein poliert seine Abteilung auf. Seit dieser Saison laufen die Mannschaften als Barrock Volleys auf, über kurz oder lang sollen mehrere Aufstiege realisiert werden.
Die Slogans sind schon mal ziemlich keck. „Glühendes Barock“ lautet einer, „Perrückt nach Volleyball“ ein anderer. Das neue Trikot, das Mittelblocker Tim Ziegler an seinem zwei Meter langen Körper im Marmorsaal des Ludwigsburger Schlosses präsentierte, ziert ebenjene Silhouette des bekannten Prunkbaus. Das Logo ist ebenfalls neu. Und auf der Internetseite der MTV-Volleyballabteilung heißt es nicht mehr simpel „News“, es ist von „Hofberichterstattung“ die Rede. Überhaupt tragen die Mannschaften nicht mehr simpel den Vereinsnamen – sie firmieren jetzt unter „Barock Volleys Ludwigsburg“.
All das ist Teil der Imagekampagne, mit der sich die MTV-Volleyballer und Volleyballerinnen neu erfinden wollen. Denn mit der neuen Identität soll auch der sportliche Erfolg kommen und bleiben. Die Männer haben sich vorgenommen, von der dritten „kurz bis mittelfristig“ in die zweite Bundesliga aufzusteigen und langfristig den Sprung in Liga eins zu schaffen. Für die Frauen, aktuell Regionalligist, soll es erst die dritte, später dann die zweite Liga werden. Zudem hat der Verein eine Jugendakademie gegründet, die zum 1. Januar 2023 offiziell ihren Betrieb aufnimmt.
Maßgeblich verantwortlich für die Neuausrichtung der MTV-Volleyballer ist Sebastian Schiegl, der bei den Barock Volleys das Sponsoring und die Kommunikation leitet. Und dass für den sportlichen Erfolg noch Geldgeber gesucht werden, daraus machte er beim Termin im Marmorsaal auch überhaupt keinen Hehl. „Ein prägnanter Name ist das eine, wir müssen das Vorhaben aber auch finanziell stemmen“, so Schiegl. Mit dem Schloss als Imagegeber und der Stadt Ludwigsburg habe man aber bereits Unterstützer gefunden. Oberbürgermeister Matthias Knecht, selbst einst Vorsitzender des MTV, nahm den Ball bei der Vorstellungsrunde auf: „Wir helfen im gegebenen finanziellen Rahmen.“ Natürlich müsse man dabei realistisch bleiben, auch angesichts der aktuellen Krisen.
Fakt ist, dass in Ludwigsburg neben den Bundesliga-Basketballern der MHP-Riesen, den Erstliga-Wasserballern des SVL und erfolgreichen MTV-Turnern, -Karateka und -Footballern auch der Volleyballsport in den Spitzenbereich vorstoßen soll. Der MTV hat rund 7000 Mitglieder und ist neben der Sektion des Deutschen Alpenvereins der größte Verein des Landkreises. Bislang umfasst die Volleyball-Abteilung des MTV 400 Mitglieder, davon etwa 150 Kinder und Jugendliche. Derzeit gibt es mehr als 20 Aktiven-, Jugend- und Mixed-Mannschaften. Die jüngsten Erfolge waren der Deutsche Meistertitel der U18-Spielgemeinschaft Ludwigsburg/Schmiden sowie der Verbandspokalsieg der Frauen. Sowohl die erste Damen- als auch Herrenmannschaft wurden in der abgelaufenen Spielzeit Vizemeister.
„Der Blick nach vorne ist für uns als Verein momentan extrem spannend“, betonte der MTV-Vorsitzende Jochen Eisele. Er selbst komme ja vom Handball, könne sich seit einigen Jahren aber auch sehr für den Volleyballsport begeistern. „Da kann man sicher etwas auf die Beine stellen.“ Sebastian Schiegl ging ins Detail: „Die Grundlage in Ludwigsburg ist toll“, so der Unternehmensberater, der die Marketing-Geschicke bei den Barock Volleys derzeit auf freier Basis gestaltet. Die Stadt habe fast 100 000 Einwohner, rund 11 000 Studenten und sei wirtschaftlich gut aufgestellt.
Aber wie gut ist die sportliche Perspektive überhaupt? Mögliche positive Effekte des Imagewechsels könne man erst in einem Jahr bewerten, so Eisele. Sasa Stanimirovic, Trainer des Frauenteams, bestätigte: „Der Kader stand vor der Kampagne schon fest. Die Spielerinnen sind hier wegen der sportlichen Perspektive.“ Dass man sich sowohl bei den Männern als auch bei den Damen trotz des großen Erfolgswillens vor allem auf Spitzenspieler aus der Umgebung konzentrieren möchte, darauf legt man bei den Barock Volleys ebenfalls großen Wert. Die Akteurinnen und Akteure sollen sich mit Stadt, Schloss und Verein identifizieren.
Und wenn es dann irgendwann wirklich klappt? „Einen Balkon zum Feiern haben wir dann ja“, merkte Schiegl mit Blick zu Schlossverwalter Stephan Hurst an.
Männer
Die Männermannschaft der Barock Volleys Ludwigsburg ist am vergangenen Samstag mit einem 3:1-Sieg beim USC Freiburg in die neue Saison der Dritten Liga gestartet. Am Sonntag, 16. Oktober, steht um 15 Uhr in der Ludwigsburger Innenstadtsporthalle gegen die VJ Frankfurt das erste Heimspiel an. Eine Woche später, am Samstag, 22. Oktober, muss die Mannschaft von Trainer Markus Weiß um 19 Uhr beim großen Favoriten TV Bühl ran.
Frauen
In der Regionalliga Süd hat auch das Frauenteam der Barock Volleys einen guten Start hingelegt: Am Samstag gab’s gegen den FV Tübinger Modell ein 3:0. Diesen Samstag müssen die Ludwigsburgerinnen um 15 Uhr beim FT 1844 Freiburg ran, eine Woche später ebenfalls um 15 Uhr beim Heidelberger TV.