Votum für teure Sanierung Beurener Kleinschwimmhalle ist gerettet
Der Gemeinderat von Beuren (Kreis Esslingen) hat die 4,8 Millionen Euro teure Sanierung beschlossen. Doch das Projekt birgt enorme finanzielle Risiken.
Der Gemeinderat von Beuren (Kreis Esslingen) hat die 4,8 Millionen Euro teure Sanierung beschlossen. Doch das Projekt birgt enorme finanzielle Risiken.
Das Votum des Beurener Gemeinderates fiel deutlich aus: Das Gremium hat die 4,8 Millionen Euro teure Generalsanierung der maroden Kleinschwimmhalle beschlossen – einstimmig, bei zwei Enthaltungen. Eine davon stammt von Bürgermeister Daniel Gluiber, der sich in einem Dilemma befindet: Er sehe „gewisse Risiken“ bei der Finanzierung und den Betriebskosten, begründet der Rathauschef seine Zurückhaltung. Gleichzeitig betont er: „Ich freue mich trotzdem über den Beschluss und werde die Generalsanierung der Kleinschwimmhalle mit Tatkraft voranbringen.“
Nach mehr als 50 Betriebsjahren muss die kleine Schwimmhalle unterhalb der Panorama Therme Beuren dringend modernisiert werden: Fliesen und Beton bröckeln, Dach und Fenster sind undicht, die Technik ist alt und störanfällig. Auf 6,4 Millionen Euro wurden die Sanierungskosten zunächst geschätzt – viel Geld für die klamme Gemeinde. Ein Abriss käme sie mit 250 000 Euro deutlich billiger. Dann aber wäre die Kleinschwimmhalle ein für alle Mal Geschichte. Und das wollen viele Bewohner des knapp 3800 Einwohner zählenden Ortes und der umliegenden Kommunen nicht: Mehr als 1200 Unterschriften für den Erhalt haben der Förderverein Schwimmhalle Neuffener Tal und die DLRG-Ortsgruppe Neuffen/Beuren innerhalb weniger Wochen gesammelt.
Also wurden die Kalkulation überarbeitet, dabei aktuelle Marktpreise berücksichtigt und nur zwingend notwendigen Maßnahmen eingepreist. So konnten die Kosten auf 4,8 Millionen Euro gedrückt werden. Abzüglich eines Zuschusses vom Bund in Höhe von drei Millionen Euro, ohne den die Sanierung laut Gluiber gar nicht zu stemmen wäre, und den 300 000 Euro, die der Förderverein beisteuern kann, müsste die Gemeinde noch 1,5 Millionen Euro aufbringen. Diese Summe halten die Lokalpolitiker für vertretbar.
Gleichwohl sind sie sich bewusst: Durch das Ja zur Sanierung können auf die Gemeinde weitere finanzielle Schwierigkeiten zukommen. In den Jahren vor Corona hat der Eigenbetrieb Panorama Therme Beuren das Defizit der Kleinschwimmhalle – jährlich etwa 343 000 Euro – übernommen, doch noch ist man wirtschaftlich nicht wieder auf diesem Niveau. Zudem hat auch die Therme Sanierungsbedarf. Die Erhöhung von kommunalen Steuern und Gebühren in naher Zukunft ist daher nicht auszuschließen.
Die Zeit für die Sanierung drängt. Bis Ende 2025 muss die Kleinschwimmhalle fertiggestellt sein. Andernfalls wird es für Beuren richtig teuer: Wird die vom Bund gesetzte Frist nicht eingehalten, geht der Zuschuss unwiederbringlich verloren.