VVS erhöht Preise Seniorentickets haben keine Sperrzeit mehr

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Im neuen Jahr erhöht der Verkehrs- und Tarifverbund die Fahrscheinpreise um durchschnittlich 2,5 Prozent. Und es gibt eine Reihe neuer Angebote.

Der Verkehrs- und Tarifverbund VVS erhöht die Preise. Foto: Achim Zweygarth
Der Verkehrs- und Tarifverbund VVS erhöht die Preise. Foto: Achim Zweygarth
Stuttgart - Zum 1. Januar 2011 erhöht der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) seine Fahrkartenpreise - wie berichtet - im Schnitt um 2,5 Prozent. Angesichts des Ausbaus des Nahverkehrsangebots sei die Tariferhöhung notwendig gewesen, heißt es. Im Vergleich mit anderen Verbünden in Deutschland liege man noch im unteren Bereich. Die neuerliche Anhebung liegt auf der Linie der vergangenen Jahre: 2010 waren die Preise vom VVS-Aufsichtsrat durchschnittlich um 2,4 Prozent, 2009 um 3,2 Prozent angehoben worden.

Verbunden mit der Anhebung sind laut VVS »-Tarifinformation indes eine ganze Reihe neuer Angebote. So gelten im neuen Jahr die Seniorentickets rund um die Uhr - die bisherige Sperrzeit vor 9 Uhr entfällt. Damit will der Verbund den sinkenden Absatz in diesem Segment wieder ankurbeln. Die Zahl der verkauften Tickets geht nämlich seit Jahren zurück, obwohl die Gruppe der Älteren ständig größer wird.

Sind Senioren vom 1. Januar an montags bis freitags vor 9 Uhr unterwegs, brauchen sie kein zusätzliches Einzelticket mehr. Der Stuttgarter Stadtseniorenrat begrüßt das neue Angebot. "Darauf haben wir lange gewartet", sagt die Vorsitzende Renate Krausnick-Horst auf Anfrage. Durch den Wegfall der Sperrzeit sei die Seniorenkarte viel attraktiver geworden. Das Ticket gibt es außerdem auch als Jahreskarte mit monatlicher Abbuchung von 35,83 Euro.

Alle Seniorentickets gelten für drei Zonen. Wer in Stuttgart wohnt, kann zu den beiden städtischen Zonen 10 und 20 eine angrenzende - etwa Esslingen, Ludwigsburg, Filderstadt oder Waiblingen - auswählen. Wer aus der Region kommt, kann drei aneinandergrenzende Zonen beliebig wählen, zum Beispiel von Esslingen nach Wendlingen oder von Böblingen bis Herrenberg. Mit der Abschaffung der Sperrzeit passt sich der VVS nicht zuletzt auch der demografischen Entwicklung an, denn die Senioren werden als Nahverkehrskunden für den Verbund immer wichtiger.

Der Verkehrs- und Tarifverbund hofft auf einen stabilen Absatz


Beim Verbund hofft man, dass insgesamt der Absatz von Monats- und Jahreskarten trotz der seit Monaten herrschenden S-Bahn-Misere mit Pannen und Verspätungen stabil bleibt. Auch bei der Tageskarte gibt es von Anfang 2011 an ein zusätzliches und günstigeres Angebot für drei bis vier Zonen. Damit könne der Einzelne im Vergleich zu einer netzweiten Tageskarte fast 24 Prozent sparen. Der VVS hofft durch das erweiterte Angebot auf zusätzliche Fahrgäste, weil die mittleren Entfernungen beim Tagesticket stark unterrepräsentiert waren. "Kunden aus Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Waiblingen können mit dem neuen Angebot von 2011 an richtig sparen", betont VVS-Geschäftsführer Horst Stammler.

Auch bei der VVS-Jahreskarte gibt es eine kundennahe Neuregelung. Der Preis für das Ticket kann künftig auch in zwölf Monatsraten abgebucht werden. Das bringe den Kunden eine Ersparnis von bis zu 15 Prozent, sagt Stammler. Das Jahresticket koste nämlich nur so viel wie zehn Monatskarten.

Besonders stolz ist der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart darauf, dass das beliebte Kurzstreckenticket auch im sechsten Jahr lediglich einen Euro kostet. "Auch die Einzel- und Vierertickets für Kinder bleiben unverändert", betont Stammler. Das erklärte Ziel sei es gewesen, die Tarife familienfreundlich weiterzuentwickeln.




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