VVS-Tarifreform Die Fahrt in die Stuttgarter City wird günstiger

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Die Pendler aus Fellbach und Kernen profitieren von der VVS-Tarifreform. Vor allem die Jahrestickets werden von April an deutlich günstiger.

Nach Stuttgart zahlen Pendler aus Fellbach künftig nur noch eine Zone. Foto:  
Nach Stuttgart zahlen Pendler aus Fellbach künftig nur noch eine Zone. Foto:  

Fellbach/Kernen - Einfacher, günstiger und umweltfreundlicher soll es werden. So überschreibt der Verkehrsverbund Stuttgart seine Tarifreform, die im April 2019 in Kraft tritt. Einfach, weil es künftig nur noch fünf statt 52 Tarifzonen gibt. Günstig, weil die Preise für viele Pendler billiger werden. Und umweltfreundlich, weil der VVS hofft, dass durch die Reform viele Autofahrer auf Busse und Bahnen umsteigen werden.

Viele Pendler nutzen die Stadtbahn nach Stuttgart. Foto: Dirk Herrmann
In der 40-jährigen VVS-Geschichte ist das die größte beschlossene Reform. Und auch die Fellbacher profitieren davon: „Für die Strecke von Fellbach in die Stuttgarter Innenstadt zahlt man künftig nur noch eine statt zwei Zonen“, erklärt VVS-Sprecherin Pia Scholz. Dadurch koste das Ticket 2,50 Euro statt wie bisher 2,90 Euro. Und auch anhand des Jahrestickets Jedermann wird der Preisunterschied klar: Statt 865 Euro zahlt der Pendler künftig nur noch 676 Euro.

Die Zonenzahl verringert sich ebenfalls für die Strecken von Waiblingen nach Stuttgart. Anstatt drei Zonen sind es nur noch zwei Zonen, das Ticket ist dann für 2,90 Euro statt für 4,20 Euro zu haben. „Gleiches gilt für die Strecke von Rommelshausen nach Stuttgart“, berichtet Pia Scholz. Das Jahresticket Jedermann kostet dann statt 1152 Euro nur noch 865 Euro.

Auf der Stadtbahnlinie U1 gilt ab April für die Strecke Fellbach nach Bad Cannstatt auch künftig der 1-Zonen-Preis von 2,50 Euro. „Günstiger wird es für die, die von Fellbach bis zum Charlottenplatz fahren möchten“, verrät Pia Scholz. Denn die zahlen denselben Preis und nicht wie bisher 2,90 Euro. Viel günstiger wird es ab April auch für die Fahrgäste aus Rommelshausen, die zum Flughafen wollen. Statt vier Zonen sind es dann nur noch zwei Zonen, das heißt, dass das Einzelticket für die S-Bahn-Fahrt statt 5,30 Euro nur noch 2,90 Euro kostet. Sparfüchse könnten theoretisch sogar nur mit einer Zone auskommen, wenn sie von Rommelshausen oder Stetten aus erst mit dem Expressbus X20 nach Esslingen fahren und dort in den Bus zum Flughafen umsteigen. Dann würde die Fahrt mit nur 2,50 Euro zu Buche schlagen.

Die Linien S2 und S3 halten in Fellbach. Foto: Patricia Sigerist
Einige Tarife bleiben von der Reform unberührt: „Auf den S-Bahn-Strecken von Waiblingen nach Rommelshausen und von Fellbach nach Waiblingen gilt auch nach dem 1. April der Kurzstreckenpreis von 1,40 Euro“, sagt Pia Scholz. Auch auf den Abschnitten zwischen Fellbach und Backnang, Rommelshausen und Backnang sowie Waiblingen und Backnang ändert sich nichts: Für diese Strecken braucht man auch künftig drei Zonen und bezahlt für das Ticket 4,20 Euro. Auf den Buslinien 60 (Oeffingen-Fellbach), 207 (Korb-Fellbach), 58 (Schmiden-Sommerrain), 212 (Waiblingen-Stetten) ändert sich ebenfalls nichts. „Die Linien verlaufen nach wie vor in einer Zone, das Einzelticket kostet also auch ab dem 1. April 2,50 Euro“, berichtet die VVS-Pressesprecherin. Das Tagesticket, für das es heute drei Preisstufen gibt, wird künftig in fünf Stufen und verbilligt: bei drei Zonen von 11,20 auf 8,60 Euro, bei einer Zone wie in Stuttgart von 7 auf 5 Euro, fürs Netz von 15,50 auf 13,20 Euro. „Das Tagesticket kostet nicht mehr als zwei Einzelfahrten, das heißt die dritte Fahrt ist kostenlos“, sagt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Damit soll das Tagesticket zum Basisangebot im Gelegenheitsverkehr werden und die Einzelfahrscheine verdrängen.

Und noch eine gute Nachricht gibt’s: Die Politik vereinbarte mit den Verkehrsunternehmen SSB, DB Regio und Busbetriebe, dass es 2019 keine Tariferhöhung gibt.