Wahl des IOC-Präsidenten Fünf gegen Thomas Bach

Das Internationale Olympische Komitee wählt am Dienstag in Buenos Aires einen neuen Präsidenten. Der Baden-Württemberger Thomas Bach ist der Favorit auf die Nachfolge von Jacques Rogge. Allerdings bekam der Deutsche zuletzt Gegenwind.

Chef vom Dienst: Tobias Schall (tos)
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Stuttgart - Thomas Bach war wieder der Erste. Wie so oft. Als Erster der sechs Kandidaten hat er vor einer Woche Buenos Aires erreicht. Als Erster hatte er schon zuvor seine Kandidatur um das Präsidentenamt des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bekannt gegeben. Thomas Bach will es. Er wollte es immer.

Der Herr der Ringe werden.

Darum geht es Thomas Bach. Und darum geht es den fünf anderen Männern, die sich um den wichtigsten Posten in der Welt des Sports beworben haben. Das Internationale Olympische Komitee wählt morgen einen neuen Präsidenten, nachdem Jacques Rogge nach zwei Amtszeiten und zwölf Jahren an der Spitze – wie in den Regularien vorgesehen – nicht mehr antritt. Wer wird neuer Geschäftsführer, neudeutsch CEO genannt, des Milliardenkonzerns mit Sitz in Lausanne?

Ein begnadeter Strippenzieher

Thomas Bach ist 59 Jahre alt. Er ist einer der vier Vizepräsidenten des IOC, ein begnadeter Strippenzieher. Es gilt als wahrscheinlich, dass Bach morgen Nachmittag deutscher Zeit zum neunten Präsidenten des IOC gewählt werden wird. Er ist der klare Favorit. Er wäre der erste Deutsche im Hochamt des Sports. Es wäre die Krönung seiner Karriere als Funktionär.Bach galt als konkurrenzlos, ehe sich das Bewerberfeld noch füllte und sich entsprechende Allianzen bildeten. Fünf gegen Bach – das ist das inoffizielle Motto. Es treten an: der Vorsitzende der IOC-Finanzkommission und Banker Richard Carrión (60 Jahre/Puerto Rico), der IOC-Vizepräsident und Multimillionär Ng Ser Miang (64/Singapur), der einstige Stabhochsprungstar Sergej Bubka (49/Ukraine), der Präsident des Ruder-Weltverbandes Denis Oswald (66/Schweiz) und Wu Ching-Kuo (66/Taiwan), der Chef des Amateur-Boxverbandes.

Sergej Bubka? Klingt gut. Das Profil passt. Bubka war Olympiateilnehmer, er ist Präsident der Rodovid Bank und soll bis zu deren Verstaatlichung einer der größten Aktionäre gewesen sein. Sein Vermögen wird auf mehr als 300 Millionen Euro geschätzt. Er ist der bekannteste Name im Feld, aber es geht bei der Wahl nicht um den Bekanntheitsgrad. Es wählt ja nicht die Welt, sondern es stimmen 103 IOC-Mitglieder ab. Der Weltrekordhalter im Stabhochsprung gilt als aussichtslos. Der mit Abstand jüngste Anwärter kommt zu früh. In Funktionärskreisen wird gemunkelt, dass es sich um eine rein taktische Bewerbung handele, denn Bubka will 2015 zunächst einmal Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF werden – eine Kandidatur für das IOC-Präsidentenamt sei, so heißt es aus der IAAF, eine erstklassige Visitenkarte.

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