Waldenbuch und Steinenbronn Mietspiegel soll verlässliche Grundlage sein

Wohnungen werden immer teurer. Foto: dpa/Paul Zinken
Wohnungen werden immer teurer. Foto: dpa/Paul Zinken

Die Schönbuch-Kommunen Waldenbuch und Steinenbronn wollen Druck aus dem überhitzten Wohnungsmarkt nehmen. Mittel dazu ist ein qualifizierter Mietspiegel.

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Waldenbuch/Steinenbronn - Wer in Waldenbuch oder Steinenbronn einen Mietvertrag unterschreibt, hat bisher keine verlässliche Grundlage für die Ermittlung des Mietpreises. Ob die Forderung den örtlichen Gegebenheiten entspricht, ob sie den Zustand der Wohnung abbildet und was für vergleichbare Objekte gezahlt wird, ist völlig unklar. Einen örtlichen Mietspiegel gibt es nicht. Als Orientierung dienten in Waldenbuch bisher die Bewertungen der Städte Böblingen und Sindelfingen. Steinenbronn erklärt auf seiner Website: Vergleichbare Mietspiegel sind im näheren Umfeld nicht vorhanden. Doch das soll sich jetzt ändern.

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Die beiden Nachbarkommunen nehmen die Sache selbst in die Hand und haben sich für die Erarbeitung eines qualifizierten Mietspiegels zusammengeschlossen. Denn je mehr Haushalte abgefragt werden können, desto verlässlicher sind die ermittelten Zahlen. Darauf verweist auch das Land, das nur Projekte unterstützt, wenn mindestens 10 000 Einwohner erreicht werden können. Waldenbuch und Steinenbronn kommen gemeinsam auf etwa 16 000. „Das bietet uns die Möglichkeit, eine ausreichende Anzahl von Mietern zu kontaktieren“, erklärt die Waldenbucher Ordnungsamtsleiterin Katharina Jacob.

Warum eine große Beteiligung wichtig ist

Beide Gemeinderäte haben für die Kooperation bereits grünes Licht gegeben. Sobald der Förderbescheid vorliegt, wird ein Institut für statistische Auswertungen mit der Erhebung der Daten beginnen. Katharina Jacob hofft, dass der Startschuss schnell fallen kann. „Wir brauchen endlich verlässliche Daten und ein Instrument, das den Mietmarkt wenigstens halbwegs realistisch abbildet“, betont sie. Wenn möglich, soll die Befragung bereits Anfang 2022 beginnen.

In beiden Kommunen hofft man auf eine möglichst große Beteiligung der Mieter. „Es wäre schön, wenn wir viele detaillierte Angaben erhalten“, sagt Katharina Jacob. Ein Fragebogen, der an die Mieter verschickt wird, bildet die Grundlage dafür. Denn letztlich geht es nicht nur darum, die Höhe der monatlichen Zahlungen abzufragen. Auch der Zustand des Gebäudes, Größe und Alter, Ausstattung und Lage gehören mit zu den Aspekten, die in die Bewertung einfließen sollen. „Das geht richtig ins Detail. Uns interessiert auch die Anzahl der Steckdosen pro Zimmer. Denn jeder Mieter soll nachher möglichst punktgenau für seine Wohnung rechnen können“, erklärt sie.

Der Mietspiegel ist für Vermieter nicht verbindlich

Der Waldenbucher Ordnungsamtsleiterin kann es nicht schnell genug gehen. „Was sich gerade am angespannten Wohnungsmarkt abspielt, ist nicht mehr im grünen Bereich. Wir geben den Mietern jetzt ein Instrument an die Hand, das ihnen als Richtlinie und Argumentationshilfe dienen kann“, sagt sie. Was als monatliche Zahlung nachher im Mietvertrag steht, kann allerdings weiterhin ganz anders aussehen. Denn verbindlich sind die Angaben im Mietspiegel für den Vermieter nicht.




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