Waldheim in Sillenbuch Der Gemeinde ist die Miete zu hoch

Von shi 

Da das alte Gebäude an der Eichenparkstraße abgerissen wird, soll die Waldheim-Freizeit 2016 ausnahmsweise ins Geschwister-Scholl-Gymnasium ziehen. Doch die Miete für die Schule liegt bei 30 000 Euro – das ist zu viel für die Kirche.

Die Kirche hofft, dass das Waldheim  2016 im GSG stattfinden kann. Foto: Judith A. Sägesser
Die Kirche hofft, dass das Waldheim 2016 im GSG stattfinden kann. Foto: Judith A. Sägesser

Sillenbuch - Geschätzt 30 000 Euro würde die Nutzung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums (GSG) in den Sommerferien kosten, und zwar gemäß dem Stundensatz für die Miete von städtischen Räumlichkeiten. Zu viel für die evangelische Kirchengemeinde Sillenbuch, die das Waldheim ausrichtet und derzeit ein Alternativgebäude sucht, weil das baufällige Waldheim Sillenbuch und die Ecole Maternelle abgerissen werden. „Wir haben ein Gesamtbudget von 70 000 Euro. Normalerweise rechnet man zehn Prozent davon für die Miete. Der Rest ist für den Betrieb des Waldheims gedacht. Die 30 000 Euro wären knapp die Hälfte unseres Budgets, das können wir nicht aufwenden“, sagt Klaus Offterdinger, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats.

Der Neubau verzögert sich

Auch die Lokalpolitiker treibt das Thema Waldheim um. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats brachte der FDP-Sprecher Knut Krüger das Thema auf den Tisch. Er selbst ist im Kirchengemeinderat und im Waldheimbetrieb aktiv. „Die Miete, die die Stadt verlangt, ist nicht tragbar“, sagte Krüger. „30 000 Euro können wir als Kirchengemeinde nicht stemmen.“ Das liege nicht zuletzt daran, dass der Neubau des Gebäudes an der Eichenparkstraße mit geschätzten 1,7 Millionen Euro zu Buche schlage. Die Stadt bezuschusst den Bau zwar, dennoch bleibt eine hohe Summe, die die Kirchengemeinde selbst aufbringen muss.

„Die Kosten sind höher, als wir zu Beginn dachten“, sagt Offterdinger. Zudem habe sich der Zeitplan verschoben. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits in den Herbstferien beginnen, nun ist von einem Baubeginn im Frühjahr 2016 die Rede. Die Arbeiten werden mindestens ein Jahr lang dauern. „Für den Waldheimbetrieb im Sommer 2017 muss der Neubau fertig sein“, so Offterdinger.

Die Kirche hofft auf ein Entgegenkommen der Stadt

Hans-Peter Ehrlich, SPD-Betreuungsstadtrat für Sillenbuch und ehemaliger Stadtdekan, hat zusammen mit dem CDU-Betreuungsstadtrat Fabian Mayer eine Anfrage an Susanne Eisenmann, die Stuttgarter Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, gerichtet und darum gebeten, die Kosten zu klären. „Vorstellbar wäre, dass das Schulverwaltungsamt weniger Gebühren für die Nutzung des Gymnasiums verlangt oder dass das Jugendamt, das zuständig ist für die Waldheime, einen Teil der Kosten übernimmt“, so Ehrlich.

Auch Klaus Offerdinger und die Kirchengemeinde haben bereits einen Brief verfasst mit der Bitte, der Kirche mit den Kosten entgegenzukommen. In beiden Fällen steht eine Antwort noch aus. „Wir wollen bloß eine faire Miete, dass man uns ein Stück entgegenkommt“, sagt Offterdinger. Trotz allem bleibt er zuversichtlich, dass das Waldheim 2016 stattfinden kann. „Wir gehen davon aus, dass eine Lösung gefunden wird“, sagt Offterdinger.

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