Wanderparkplatz im Kreis Esslingen Am Heidengraben sind fünf Euro fürs Parken fällig

An vielen Stellen des Parkplatzes wurden solche Hinweisschilder angebracht. Foto: Elke Hauptmann

Der Aussichtsturm wird am 8. April freigegeben, im Juni öffnet das Informationszentrum zur einstigen Keltensiedlung bei Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen). Besucher sollen den Wanderparkplatz Hochholz nutzen – doch der ist nicht mehr kostenlos.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Kostenlos parken war einmal. Seit geraumer Zeit ist der bei Ausflüglern beliebte Wanderparkplatz Hochholz zwischen Erkenbrechtsweiler und Hülben gebührenpflichtig. Wer zwischen 9 und 16 Uhr sein Auto dort abstellen will, muss an einem Parkautomaten eine Pauschalgebühr von fünf Euro bezahlen – egal, wie kurz oder lang er parkt. Das sorgt für Unmut. In den sozialen Medien wettert so mancher Besucher gegen diese „Frechheit“: Ein kleiner Spaziergang entlang des Astropfades oder zum Aussichtspunkt „Brille“, ein kurzer Ausflug auf den Spuren der Kelten am Heidengraben oder der Aufstieg auf den neuen Aussichtsturm werde einem damit verleidet.

 

Auf Hinweisschildern erklärt sich der Zweckverband Region am Heidengraben: „So schön gelegene Parkplätze können Kommunen ohne eine finanzielle Beteiligung nicht mehr zur Verfügung stellen und unterhalten. Deshalb erheben wir ein Parkentgelt.“ Dem Zweckverband gehören die drei Gemeinden Erkenbrechtsweiler (Kreis Esslingen) sowie Hülben und Grabenstetten (beide Kreis Reutlingen) an. Gemeinsam wollen sie den Ort, an dem sich vor über 2000 Jahren die größte keltische Siedlung Mitteleuropas befand, touristisch attraktiver machen. Etwa mit dem Heidengrabenzentrum, das am Wochenende 8./9. Juni eröffnet wird.

Für die Besucher – erwartet werden bis zu 35 000 pro Jahr – wurde eigens der nahe gelegene Parkplatz Hochholz verdoppelt. Es stehen nun weitere 65 Stellplätze für Autos sowie zwei für Busse und fünf für Wohnmobile zur Verfügung. Allein die Parkplatzerweiterung hat nach Angaben des Zweckverbandes mehr als 250 000 Euro gekostet. Hinzu kämen noch die Kosten für den voraussichtlich ab 8. April zugänglichen Turm sowie für den Bau und Betrieb des neuen Besucher-Informationszentrums am Burrenhof. Trotz der finanziellen Unterstützung von Bund, Land und Sponsoren streben die drei Gemeinden bei ihrem interkommunalen Projekt „eine schwarze Null“ an. Dafür sei man zwingend auf Einnahmen angewiesen, sagt Roman Weiß, der Bürgermeister von Erkenbrechtsweiler, in aller Deutlichkeit.

Ebenso wie seine beiden Amtskollegen Roland Deh (Grabenstetten) und Siegmund Ganser (Hülben) kann er die Aufregung um die Gebührenpflicht nicht nachvollziehen. „In der Stadt sind Gebühren fürs Parken normal. Warum soll das auf dem Land anders sein?“ Schließlich müsse auch hier die Infrastruktur erhalten werden, betont Weiß. Die Instandhaltung von Wegen, die Entsorgung von Müll, die Reparatur von Beschädigungen koste viel Geld – und gerade der Ausflugsboom hinterlasse Spuren.

Die drei Gemeinderäte hätten sich viele Gedanken über eine angemessene Parkgebühr gemacht, versichert Weiß. So habe man sich bei der Höhe an den Tarifen anderer Parkplätze auf der Schwäbischen Alb orientiert und auch ganz bewusst die Zeit nach 16 Uhr ausgespart. Weil man wisse, dass dort viele Hundehalter gern am Abend spazieren gehen. Zudem können Einwohner der drei Kommunen ein Jahresticket für den Parkplatz zum Preis von 20 Euro erwerben – insgesamt 21 solcher Scheine wurden nach Angaben des Zweckverbandes bislang ausgestellt. Ein Jahresticket für Auswärtige kostet 50 Euro, davon wurden gerade mal zwei beantragt.

Inzwischen werde regelmäßig überprüft, ob die Autofahrer einen Parkschein gezogen haben, berichtet Weiß. Der Zweckverband habe dafür einen Mitarbeiter eingestellt. Der schaue zugleich nach anderen Verstößen, fügt er hinzu. Denn obwohl es in den Heidengrabengemeinden auch noch kostenfreie Parkplätze gebe, stelle man fest: „Zunehmend wird auf Wiesen, Feld- und Waldwegen geparkt.“ Das allerdings, warnt der Schultes uneinsichtige Autofahrer, könne dann für sie richtig teuer werden.

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