Warnstreiks bei Tageszeitungen Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure erneut vertagt

Von red/dpa 

Die Tarifverhandlungen für Tageszeitungsjournalisten sind erneut vertagt. Das neue Angebot der Verleger lehnten die Gewerkschaften ab. Begleitet wurden die Gespräche von Warnstreiks.

Circa 300 Journalisten beteiligen sich am Warnstreik Foto: Leif Piechowski
Circa 300 Journalisten beteiligen sich am Warnstreik Foto: Leif Piechowski

Stuttgart/Berlin - Die Tarifverhandlungen für die deutschen Tageszeitungsjournalisten sind nach einer ergebnislosen dritten Runde abermals vertagt worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) erhöhte am Montag in Stuttgart sein Angebot; die Gewerkschaften DJV und Verdi blieben allerdings bei ihrer ablehnenden Haltung. Die Gespräche wurden von Warnstreiks begleitet. An einer Kundgebung in Stuttgart beteiligten sich laut DJV zudem mehr als 300 Journalisten. Die Tarifverhandlungen für die 13 000 Redakteure sowie die freien Journalisten bei deutschen Tageszeitungen sollen nun am 9. April in Berlin fortgesetzt werden.

Gewerkschaften lehnen neues Angebot ab

Die Arbeitgeber hatten ihr Angebot am Montag von 2,4 auf 2,6 Prozent mehr Geld in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 30 Monaten und eine Erhöhung der Einstiegsvergütungen für Redakteure von 120 Euro aufgestockt. Zusätzlich solle der Manteltarifvertrag, in dem unter anderem Urlaubsgeld und Jahresleistung geregelt werden, bis auf weiteres geschlossen bleiben, hieß es in einer Mitteilung. Im Gegenzug verlangt der BDZV, dass die Gewerkschaften Bereitschaft zeigen, über Vorschläge der Arbeitgeber etwa zur Veränderung der Gehaltstabellen „ernsthaft“ zu diskutieren.

Der DJV wies das Angebot zurück. Verdi drohte mit weiteren Arbeitsniederlegungen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sowie die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi fordern 4,5 Prozent mehr Geld. Berufseinsteiger sollen mindestens 200 Euro mehr bekommen und der neue Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.