Was in Steinheim auf der Agenda steht Idee für marode Halle in der Schublade

Die Blankensteinhalle soll früher oder später abgebrochen werden. Foto: Avanti/Ralf Poller

Bei der Einwohnerversammlung in Steinheim wurden viele Felder beackert. Im Fokus standen unter anderem der Neubau des Rathauses und die Zukunft der Blankensteinhalle.

Manchmal verlieren sich bei solchen Gelegenheiten nur wenige Frauen und Männer im Saal. In Steinheim war das Interesse an der Einwohnerversammlung indes immens. Rund 250 Bürger waren jüngst in die Kleinbottwarer Bottwartalhalle geströmt. Dort zeigte der Rathauschef Thomas Winterhalter unter anderem auf, welche Großprojekte anstehen, ging auf Kritikpunkte ein – und stellte für ein Sorgenkind eine Lösung in Aussicht.

 

Die Blankensteinhalle Sie ist marode, und wie ein Bürger anmahnte, rieche es dort obendrein unangenehm. Was also werde mit der Blankensteinhalle passieren, wollte der Mann wissen. „Die Halle ist am Ende“, redete Bürgermeister Winterhalter nicht lange um den heißen Brei herum. Zudem sei das Gebäude nicht sanierungsfähig. Es müsse also früher oder später abgebrochen werden. Der Bürgermeister betonte, dass die schon lange als Sorgenkind geltende Liegenschaft nicht mehr für eine Regelbelegung vorgesehen sei – um nicht plötzlich vor einem organisatorischen Problem zu stehen, wenn die Behörden das Gebäude aus Sicherheitsgründen dichtmachen sollten.

„Ob man die Halle neu baut oder wie man damit umgeht, wird sicher eine spannende kommunalpolitische Diskussion werden“, prognostizierte Winterhalter, der aber andeutet, dass die Stadt einen Plan B in der Schublade hat. „Ich bin guter Dinge, dass wir in den nächsten Monaten den einen oder anderen Impuls dazu geben und den einen oder anderen Vorschlag einbringen können, wie man vielleicht das Thema anpacken könnte“, sagte er, ohne konkreter zu werden. Denkbar wäre es, präzisierte er auf Nachfrage, Konzerte, Theateraufführungen und mehr in eine andere städtische Liegenschaft zu verlagern. Vielleicht in die Klosterkelter, für die eine Umwidmung zum Bürgerhaus samt Bücherei diskutiert wird? „Groß genug wäre die Kelter“, sagte Thomas Winterhalter. Spruchreif sei aber noch nichts.

Das neue Rathaus Schon weitaus konkreter sind die Überlegungen dazu, wo die Verwaltungscrew künftig ihre Schreibtische aufbauen kann. Aktuell wirkt die Mannschaft an vier verschiedenen Standorten. Ziel ist es, die Kräfte in einem neuen, zentralen Sitz gegenüber dem bisherigen Rathaus zu bündeln. In dem Zusammenhang soll auch gleich der Marktplatz umgestaltet werden. Der Siegerentwurf für das Megaprojekt steht fest. Im nächsten Jahr, wenn die Kostenberechnung auf dem Tisch liegen soll, werde der Gemeinderat entscheiden, ob das Projekt wirklich umgesetzt wird oder nicht, kündigte der Bürgermeister an.

Aktuell werde der Baugrund untersucht. Ferner müsse der Artenschutz berücksichtigt werden. Auf dem Gelände tummelten sich zum Beispiel Eidechsen. Welche Vögel in dem Plangebiet vorkommen, gelte es ebenfalls zu erheben und zu beachten. Wie die Räume im Gebäude zugeschnitten sein sollten, werde mit den Mitarbeitern abgestimmt. Außerdem mache man sich Gedanken dazu, wie das Gebäude mit Wärme versorgt werden könnte.

In den Reihen der Bürgerschaft macht man sich indes Gedanken dazu, wie das Ganze bezahlt werden soll und ob das Geld dann nicht für andere Dinge fehle. Der Stadt gehe es finanziell nicht gut, räumte Winterhalter auf eine entsprechende Nachfrage ein. Er machte zugleich klar, dass Handlungsdruck bestehe. Das alte Rathaus sei zu klein, ein Sanierungsfall und biete keine modernen Arbeitsplätze, kurz: nicht zukunftsfähig.

Aldi Bauen möchte auch der Discounter Aldi in Steinheim. In der Bahnhofstraße soll eine Filiale samt Kita im Obergeschoss errichtet werden. Eine Zuhörerin wollte nun wissen, wann das der Fall sein werde. Man hätte es selbst lieber gesehen, wenn das Projekt schneller vonstatten gegangen wäre, sagte der Bürgermeister. Es habe aber zum Beispiel seine Zeit gedauert, die Vorgaben des Artenschutzes zu erfüllen. Aktuell arbeite man am Bebauungsplan, befinde sich hier in der finalen Phase. „Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr mit dem Bau losgeht“, erklärte Winterhalter.

Tante-M Wünschen würden sich sicher viele Kleinbottwarer auch, dass der Tante-M-Laden im Ort endlich wieder seine Pforten öffnet. Seit April geht hier nichts mehr, ein Aushang besagt, es habe Beschwerden über Ruhestörungen gegeben. Geschäftsführer Christian Maresch hatte zudem moniert, dass die Internetverbindung nicht optimal funktioniere und darunter das Kassensystem leide. Winterhalter konnte nun zu der ganzen Problematik keine wirklich neue Entwicklung liefern. Demnächst habe er aber einen Termin mit Maresch, „wo ich hoffentlich die Info bekomme, wie und wann es weitergehen soll“.

Solnet In der eigenen Hand hat die Stadt dagegen in weiten Teilen die Zukunft der Wärmeversorgung. Ein Glanzlicht und vom Bund mit 6,6 Millionen Euro gefördert ist dabei das als „Solnet“ betitelte Netz, das rund um das Wohngebiet beim Schulcampus gespannt werden soll. Die Energie wird über einen Mix aus Solarthermie, großer Wärmepumpe und Holzhackschnitzel generiert. Bis zum vierten Quartal 2025 müsse der Betrieb starten, das verlange Berlin als Geldgeber, sagte Winterhalter. Eine Anschlussquote von 55 Prozent habe man sich als Zielmarke gesetzt. „Da sind wir auch auf einem sehr guten Weg“, erklärte der Rathauschef. Im nächsten Jahr solle mit dem Ausbau des Netzes begonnen werden. Davon abgesehen überlege man sich auch, wie die restlichen Gebiete der Stadt künftig mit Wärme versorgt werden könnten.

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