Was macht das EU-Parlament? Ein neues Asylsystem

Mit ihren 35 Jahren kann Nadja Hirsch schon auf eine zwölfjährige Tätigkeit als Volksvertreterin zurückblicken. Erst waren es sieben Jahre im Münchner Stadtrat, nun ist eine fünfjährige Wahlperiode im

Nadja Hirsch, die FDP-Abgeordnete aus München, kämpft für den Foto: Ziedler
Europaparlament hinzugekommen. Sie kandidiert noch einmal – auch weil es bei dem ihr wichtigsten Thema, der Flüchtlings- und Einwanderungspolitik, „noch viel Luft nach oben“ gibt.

Hirsch ist für die 2013 verabschiedete Reform des Asylsystems nicht die sogenannte Schattenberichterstatterin gewesen. Somit war sie zwar nicht der Hauptansprechpartner im Parlament, aber für ihre liberale Fraktion an den Verhandlungen beteiligt. Das war „eine Herausforderung“, gesteht sie. Schließlich wollen Rechtslage und Praxis in allen Mitgliedstaaten studiert werden, „bevor man überhaupt mit der Arbeit anfangen kann, sie anzugleichen“. Zum Teil ist das gelungen. Die Bedingungen für Flüchtlinge in Europa seien „vergleichbarer“ geworden und „kein komplettes Glücksspiel mehr“, sagt Nadja Hirsch. Besonders freut sie, dass Asylbewerber nun früher als bisher arbeiten dürfen. Das war während der Verhandlungen im Parlament und später mit den Mitgliedstaaten ihr „Baby“. Eine andere Verteilung von Flüchtlingen in Europa hat sie nicht erreicht.

Auf Platz 4 der Bundesliste hat Hirsch beste Chancen auf eine Wiederwahl. Dann will sie sich dafür einsetzen, dass im Mittelmeer keine Flüchtlinge sterben – indem eine legale Einreise oder eine sichere Asylantragstellung in ihren Herkunftsländern ermöglicht wird.