Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Mode mit Aura

Von Tanja Simoncev 

Er liebt und lebt, was er tut und trägt. Horst Wanschura ist Boutique-Chef aus Leidenschaft und kleidet Stuttgarts Mode-Menschen mit besonderen Designerteilen ein. Wir haben mit ihm den Stylecheck gemacht.

Boutique-Boss Horst Wanschura im Stadtkind-Stylecheck. Foto: Tanja Simoncev 12 Bilder
Boutique-Boss Horst Wanschura im Stadtkind-Stylecheck. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - Als kleiner Bub kleidete er seine Plüschtiere mit Stofffetzen ein, heute Stuttgarts personifizierte Modekompetentz mit Designerteilen: Horst Wanschura liebt und lebt, was er tut und trägt. Vor mehr als 30 Jahren erschuf er sich mit der eigenen Boutique im Herzen der Stadt sein ganz persönliches Paradies. Davor hatte er bei Beate Mössinger, einem der bekanntesten Modehäuser im Städtle, gelernt und sich modemäßig mächtig ausgetobt. Doch wie hat sich sein eigener Stil im Laufe der Jahre verändert?

Mit der Mode gehen

"Ich habe damals im weitesten Sinne Anzüge getragen, denn die Jacken passten zu den Unterteilen", erinnert sich der Vollblut-Stuttgarter. Je nachdem wie man es kombinierte, habe es mal sportiv, lässig oder schick gewirkt. In dieser Zeit fand Horst auch Gefallen an Gaultier und Yamamoto und trug viele Teile von Comme des Garcons. "Und das ist auch bis heute so geblieben, nur dass die Mode sich verändert hat, die Schnitte anders sind. Es werden heute ganz andere Stoffe verwendet." Waschungen und Nahtverarbeitungen würden zum Beispiel eine Rolle spielen.

Und das ist für den 56-Jährigen auch ein ganz wichtiger Punkt. "Was ich an Mode besonders toll finde, ist die Handarbeit", betont er. "Wenn man sieht mit wie viel Liebe das Teil gemacht wurde, ob es gekocht, verknittert, verknotet worden ist, ob es aus speziellen Schnitten zusammengesetzt und daran gesägt oder gebohrt wurde. Das Handwerk ist mir wichtig und nur dann hat das Teil auch eine Aura."

"Ich trage nur Teile mit Aura"

Der Boutiquechef, der ein sehr inniges Verhältnis zu seinen Kunden pflegt, hat Spaß an der Vielfältigkeit und sagt deshalb bestimmt: "Ich möchte keinen Laden haben, in dem es nur die Größen 34 bis 38 gibt, das wär mir einfach zu langweilig." Ach, und Trends interessieren den gebürtigen Cannstatter ebenso wenig. Bei ihm im Laden sei alles Must-Have. "Das ist Mode, die ein Leben lang währt und immer wieder neu kombiniert und durch aktuelle Teile ergänzt werden kann. Das mache ich auch, schließlich will man ja nicht altbacken aussehen."