Wasserstoff aus Baden-Württemberg CDU im Landtag spricht sich für besondere Förderung aus

Grüner Wasserstoff könnte perspektivisch Öl und Gas ersetzen. Foto: Uwe Zucchi/dp

Grüner Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Die CDU im Landtag will nun die Herstellung in Baden-Württemberg fördern. Aber wo genau soll Wasserstoff hergestellt werden?

Entscheider/Institutionen: Annika Grah (ang)

Was bislang eine Wette auf die Zukunft war, wird immer konkreter. 90,7 Terrawattstunden Wasserstoff brauchen laut einer Analyse des Umweltministeriums von Anfang November Firmen und Institutionen, damit das Land bis 2040 klimaneutral werden kann. Dabei wird die Nachfrage drängender. Wurde in der Vergangenheit bis 2030 so gut wie kein Bedarf gesehen, geht die jüngste Abfrage von 4,1 Terrawattstunden aus, die schon im Jahr 2025 benötigt werden.

 

Hoffnungsträger Wasserstoff

Wasserstoff soll in Industrie und Verkehr perspektivisch Öl und Gas ersetzen. Das Gas wird durch Elektrolyse gewonnen, indem Wasser mit Hilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Wird dafür Strom aus erneuerbaren Energien genutzt, spricht man von grünem Wasserstoff – der bisher kaum verfügbar ist.

Die Landesregierung geht davon aus, dass perspektivisch das Gros des Wasserstoffs nach Baden-Württemberg importiert wird. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) setzt sich deshalb dafür ein, dass das Land an ein europäisches Netz angebunden wird. Doch der Anschluss Baden-Württembergs dürfte noch ein paar Jahre dauern. Bis dahin könnten Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff – so genannte Elektrolyseure – im Land den drängendsten Bedarf decken – möglichst dort, wo er auch entsteht.

Die CDU-Fraktion im Landtag fordert nun in einem Eckpunktepapier, den Aufbau von eigenen Elektrolyseuren vor Ort besonders zu fördern. „Wir machen jetzt Tempo und schlagen vor, diejenigen zu fördern, die auch dezentrale Strukturen schaffen“, sagte Fraktionschef Manuel Hagel. Die Höhe der Förderung solle sich an der Netto-Dividende des Landes aus den EnBW-Anteilen orientieren. Das seien zuletzt 49 Millionen Euro gewesen.

CDU will dezentrale Strukturen fördern

Dabei sollen bewusst auch kleine Elektrolyseure gefördert werden. „Um Lust auf die Technik zu machen und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen, wollen wir den Bau und Betrieb von Elektrolyseuren unabhängig von deren Größe unterstützen“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Raimund Haser. Dabei solle auch der Strombezug aus dem Stromnetz ermöglicht werden, wenn ein Nachweis über den Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien vorliegt, forderte er. Die Vorgaben für den Bau kleinerer Anlagen sollen gelockert werden – eine Idee, für die sich die Landesregierung in einer Bundesratsinitiative mit anderen Bundesländern im November stark gemacht hat.

Haser ist zudem wichtig, dass Elektrolyse-Projekte den Ansatz der Sektorenkopplung verfolgen und neben der bloßen Herstellung von Wasserstoff zum Beispiel auch die entstehende Abwärme zur Wärmeversorgung nutzen oder erneuerbaren Strom speichern. Zudem fordert die CDU in ihrem Papier eine feste Vergütung für fixe Mengen Wasserstoff, damit Investitionen in Elektrolyseure sich lohnen.

Interessant dürfte nun werden, in welchen Regionen in Baden-Württemberg der Wasserstoff nachgefragt wird. Eine neue Analyse soll das demnächst zeigen.

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