Wechsel an der Spitze Zwei Frauen führen jetzt das Stuttgarter Marienhospital

Das Marienhospital an der Böheimstraße im Stuttgarter Süden. Foto: Marienhospital

Das Marienhospital im Stuttgarter Süden bekommt eine neue Spitze. Künftig werden Claudia Graf und Bettina Lammers die Geschicke leiten. Das Führungsduo hat bereits Erfahrung bei der gemeinsamen Leitung kirchlicher Kliniken in Westfalen gesammelt.

Familie/Bildung/Soziales: Mathias Bury (ury)

An der Spitze des Marienhospitals kommt es nach nur fünf Monaten erneut zu einem Wechsel. Künftig wird das Krankenhaus im Stuttgarter Süden von zwei Frauen geführt. Anfang April übernehmen dort Claudia Graf und Bettina Lammers „paritätisch“ die Geschäftsleitung, wie es in einer Mitteilung des Krankenhauses heißt. Das neue Führungsduo löse damit den „interimistisch eingesetzten Geschäftsführer Thomas Wülle ab“, der das Marienhospital seit November des vergangenen Jahres geleitet hatte.

 

Die neue Doppelspitze sei „in die laufenden Restrukturierungsprozesse des Hauses bereits intensiv eingebunden“, erklärt das Marienhospital, das vom Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal getragen wird. Claudia Graf und Bettina Lammers, die beide als Intensivpflegekräfte begonnen haben, hätten ihre beruflichen Wurzeln in einem Marienhospital in Hagen, das ebenfalls der vinzentinischen Familie angehörte.

Claudia Graf Foto: Marienhospital

Die 53 Jahre alte Claudia Graf und die 46-jährige Bettina Lammers bilden nicht zum ersten Mal eine gemeinsame Führungsspitze in einem Krankenhaus. Nach einer Spezialisierung im Fallmanagement und im Medizincontrolling verantworteten sie diesen Bereich im Konzern der Katholischen Kliniken im Märkischen Kreis (KKiMK). Zuletzt leiteten sie gemeinsam die Geschicke des Katholischen Krankenhauses Hagen (KKH), einer Konzerntochter der KKiMK am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets. Der scheidende Geschäftsführer des Marienhospitals, Thomas Wülle, war vor seinem Engagement in Stuttgart Geschäftsführer des KKH und der KKiMK.

Ziel sei es, „die wirtschaftliche Stabilität des traditionsreichen Marienhospitals sicherzustellen und ein zukunftsfähiges Konzept für die Beschäftigten und die Gesundheitsversorgung der Patientinnen und Patienten umzusetzen“, erklärte Claudia Graf. Dies solle „patienten- und mitarbeiterorientiert“ geschehen. Bettina Lammers betonte, man strebe eine „moderne Medizin auf höchstem Niveau in bester vinzentinischer Tradition“ an.

Bettina Lammers Foto: Marienhospital

Thomas Wülle, der zuvor Referent der Ordensleitung der Vinzentinerinnen von Untermarchtal gewesen war, hatte erst im vorigen November den langjährigen Geschäftsführer Markus Mord abgelöst, der das Marienhospital seit 2013 geleitet hatte. Der Orden hatte damals betont, das Marienhospital sei trotz der Herausforderungen durch die Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) „bestens aufgestellt“. Wie andere Krankenhäuser auch, ist das Marienhospital jedoch durch die Folgen der Corona-Pandemie, durch Energiekrise und Inflation nach dem Beginn des Ukraine-Krieges unter Druck geraten. Ein Indiz dafür war, dass Mitte des vergangenen Jahres die zum Orden gehörende Tagespflege in der Villa Maria am Bubenbad auf der Gänsheide kurzfristig geschlossen wurde, weil diese nie wirtschaftlich betrieben werden konnte, wie es hieß.

Das Marienhospital an der Böheimstraße im Stuttgarter Süden zählt mit 761 Betten und rund 2000 Beschäftigten zu den großen Kliniken in der Landeshauptstadt.

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