Wegen Drohungen Film über Feine Sahne Fischfilet wird nicht gezeigt

Von red/ dpa 

Nach einer Droh-Email wird der Dokumentarfilm über die Punkband Feine Sahne Fischfilet bei einer Veranstaltung in Schleswig-Holstein nicht gezeigt. Schon im Oktober wurde ein Konzert der Band abgesagt.

Erst steht das Konzert auf der Kippe, jetzt wird auch die Vorführung des Dokumentarfilms über die Band Feine Sahne Fischfilet abgesagt. Foto: dpa-Zentralbild
Erst steht das Konzert auf der Kippe, jetzt wird auch die Vorführung des Dokumentarfilms über die Band Feine Sahne Fischfilet abgesagt. Foto: dpa-Zentralbild

Bad Schwartau - Nach einer Drohung ist eine Vorführung des Dokumentarfilms „Wildes Herz“ über die Punkband Feine Sahne Fischfilet in Bad Schwartau in Schleswig-Holstein abgesagt worden. „Es gab Sicherheitsbedenken“, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Lübeck.

Ende vergangener Woche sei eine anonyme E-Mail eingegangen. Der Film sollte im Rahmen der SchulKinoWoche in Schleswig-Holstein (26. - 30. November) gezeigt werden. Darin erzählt Schauspieler Charly Hübner die Geschichte der Band Feine Sahne Fischfilet, insbesondere von Sänger Jan „Monchi“ Gorkow.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verurteilte die Drohung scharf. „Es ist nicht hinnehmbar, dass eine pluralistische Gesellschaft vor extremistischen Drohungen in die Knie geht und sich in ihren Freiheiten beschneiden lässt“, sagte Prien. Das Kino habe nach Lage der Dinge aber richtig entschieden. Sie sei kein Fan des Films oder der linken Punkband, „aber darum geht es nicht. Es geht um die Kunstfreiheit, und dafür muss man den Film nicht lieben“.

Feine Sahne Fischfilet gilt als umstritten

Im Oktober hatte die Stiftung Bauhaus Dessau unter Verweis auf ihr Hausrecht ein Konzert der Band auf der historischen Bauhaus-Bühne abgesagt. Rechte Gruppierungen hatten zuvor in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht. Die linke Punkband Feine Sahne Fischfilet gilt als umstritten: Sie war vor einigen Jahren wegen Gewaltaufrufen gegen Polizisten im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern genannt worden.

Das Bildungsministerium prüft nun eine sichere Vorführung des Films in der Region mit anschließender Diskussion.