Ausflugsziel in Stuttgart Ab jetzt wieder Parkgebühren an der Grabkapelle

Auf dem Parkplatz oberhalb der Grabkapelle werden Besucher ab diesem Wochenende wieder zur Kasse gebeten. Foto: /Elke Hauptmann

Ab dem Wochenende müssen Besucher für die Parkplätze an der Egelseer Heide in Rotenberg wieder bezahlen. Die Stadt zieht ein positives Fazit aus dem Pilotprojekt. Eine mögliche Blaupause für weitere beliebte Ausflugsziele?

Reporter: Alexander Müller (ale)

An diesem Wochenende startet die Ausflugssaison in Stuttgart – zumindest, was den Parkplatz an der Egelseer Heide in Rotenberg angeht. Ab sofort greift an Wochenenden und Feiertagen wieder die Gebührenpflicht an dem beliebten Naherholungsgebiet oberhalb der Grabkapelle. Ziel ist es, den Verkehr einzudämmen, zudem die Besucher zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu animieren. Das Fazit aus dem stadtweit einmaligen Pilotprojekt fällt durchweg positiv aus. Die Verwaltung diskutiert daher, die Regelung auch auf Parkplätze an anderen Ausflugszielen einzuführen.

 

Polizei muss Zufahrtsstraßen nicht mehr sperren

Seit dem Sommer 2022 gilt die Gebührenpflicht an der Egelseer Heide. Die Stadt sah sich zu diesem Schritt gezwungen, da vor allem an schönen Wochenenden im beschaulichen Stuttgarter Stadtteil das absolute Chaos herrschte. Ausflügler aus der gesamten Region überfluteten die über dem Neckartal gelegenen Weinberge, die Grabkapelle auf dem Württemberg und das Naherholungsgebiet am Ortsende von Rotenberg. Um das völlige Zusammenbrechen des Verkehrs zu verhindern, mussten teils drastische Maßnahmen bis hin zur Sperrung der Zufahrtsstraßen oder Abschleppen von Autos ergriffen werden. Das scheint nun nicht mehr der Fall zu sein. „Seit Winter 2021 kam es nahezu zu keinem nennenswerten Verkehrschaos mehr“, betont Polizeisprecher Stephan Widmann. Mit Ausnahme weniger Verstöße gegen das Grillverbot auf der Egelseer Heide, „ist die Situation sehr entspannt“, zitiert Widmann aus den Einsatzprotokollen.

Nur 58 Strafzettel ausgestellt – trotz saftiger Parkgebühren

Aus Sicht der Polizei ein Erfolg des bereits 2007 beschlossenen Verkehrskonzept für den kleinen Stadtteil. Neben zusätzlichen Parkverboten im Ortskern sieht dieses eben auch die zeitlich befristete Parkgebühr an der Egelseer Heide vor. Vom 1. März bis zum 31. Oktober müssen Besucher für die 115 Stellplätze bezahlen. Und zwar zu den Hauptbesuchszeiten am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen in der Zeit von 10 bis 18 Uhr. Die Gebühren sind happig: vier Euro für bis zu zwei Stunden, acht Euro für bis zu vier Stunden und zwölf Euro für den gesamten Tag. Dennoch scheint sich der Großteil der Besucher daran zu halten. Denn das Pilotprojekt wird von den städtischen Mitarbeitern genau beobachtet, dazu gehören auch ständige Verkehrskontrollen. Bislang wurden 58 Strafzettel für 58 Fahrzeuge ohne Parkschein ausgestellt, weitere zehn Autos standen im Halteverbot am Zufahrtsweg in der Stettener Straße.

Auch die Befürchtung, die Besucher könnten auf andere Bereiche im Ortskern ausweichen, hat sich nach Aussagen der Verwaltung bislang nicht bewahrheitet. Eine mögliche Ausweitung der Parkgebührenregelung auf weitere Straßen im historischen Stadtteil sei daher derzeit kein Thema, erklärt ein Stadtsprecher. „Es gibt auch keine Forderungen von irgendeiner Seite.“

Ämter diskutieren über Ausweitung des Pilotprojekts

Die Stadt zieht daher bislang ein positives Fazit. Das weckt Begehrlichkeiten. Bereits im Vorfeld der Einführung kamen Stimmen auf, die eine ähnliche Regelung auch an weiteren Ausflugszielen der Stadt, wie zum Beispiel am Max-Eyth-See oder am Schloss Solitude forderten. Wohlwissend, dass die Verwaltung an der Egelseer Heide absolutes Neuland betrat. Bislang gab es eine Bewirtschaftung auf städtischen Ausflugsparkplätzen nicht. Das könnte sich weiter ändern, Rotenberg als eine Art Blaupause dienen. „Eine Gebührenpflicht auch an anderen Ausflugs-Hotspots wird in den Ämtern zumindest diskutiert“, bestätigt der Stadtsprecher. Je nach den örtlichen Gegebenheiten und der Dauer könnte diese einen Beitrag leisten, um das Verkehrsaufkommen zu beeinflussen. Die tatsächliche Wirkung sei allerdings schwer vorherzusagen – in Rotenberg aber nicht mehr.

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