Vor Jahren hat der Bürgerverein Schönberg erstmals weihnachtliche Sterne aufgehängt. Das hat rasch Nachahmer gefunden. Mittlerweile funkelt der ganze Ort.

Schönberg - Die Sonne ist noch nicht untergegangen, doch schon in der einsetzenden Dämmerung sind die Sterne von Weitem zu sehen. Tiefgelb und leuchtend heben sie sich vom kahlen Feldahorn und der Himmelfahrtskirche in Schönberg ab, deren Turm mit einer zarten Puderzucker-Schneeschicht überzogen ist. Im vierten Jahr schon, immer im Advent, strahlen die zwölf großen Herrnhuter Sterne an dem zentralen Platz im kleinen Ortsteil. Der Bürgerverein Schönberg hat sie seinerzeit gestiftet, erklärt der Vorsitzende Veit Mathauer. „Hier ist relativ wenig geboten, deswegen haben wir im Verein gedacht, dass wir irgendetwas Weihnachtliches machen wollen“, erklärt er.

Viele wollten Herrnhuter Sterne haben

Die Deko kam gut an. So gut, dass Nachbarn auch solche Sterne haben wollten. Im Jahr drauf ging die erste Sammelbestellung raus. „Wir haben das auch etwas beworben“, sagt Veit Mathauer, und seither wird Jahr für Jahr nachbestellt – jedes Mal um die 50 Stück. Mittlerweile hat sich das Ganze zu einem leuchtenden Trend entwickelt. Die Sterne strahlen in Vorgärten, in Fenstern und an Balkonen. „Ich schätze, dass es 180 im Ort sind“, sagt er.

Die Geschichte vom funkelnden Schönberg hat sich längst herumgesprochen. Mancher Autofahrer nehme bewusst das Königsträßle statt der Mittleren Filderstraße, um einen Abstecher durch die glanzvolle Nachbarschaft zu machen, berichtet Veit Mathauer. Auch Spaziergänger seien abends gern in den Straßen unterwegs. „Ich weiß, es kommen Leute auch aus anderen Stadtteilen, um Sterne zu gucken.“ Der Bürgervereinsvorsitzende findet schön, dass sich die Menschen an den weihnachtlichen Lichtern erfreuen. Mehr noch gefällt ihm der Gemeinschaftsaspekt. Zu sehen, wie ein Ort zusammenwachsen könne. „Das ist etwas, was ein bisschen durch Schönberg gezeigt wird.“

Die Sterne stammen aus der Oberlausitz

Ihren Namen verdanken die besonderen Sterne der Herrnhuter Brüdergemeine, die ihren Stammsitz in Herrnhut in der Oberlausitz hat. Es gibt die Sterne seit mehr als 160 Jahren. Entstanden sind sie in den Internatsstuben der Brüdergemeine – im Geometrieunterricht. In der Folge wurde eine erste Gesellschaft gegründet, die die Sterne produzierte. 2019 stellte die heutige Herrnhuter Sterne GmbH 700 000 Exemplare her.