Weihnachten Murrhardt Die Vorfreude wächst auch im Matsch

Stockbrot am Lagerfeuer – auch das gehört zur Mühlenweihnacht in Kirchenkirnberg Foto: Eva Herschmann

Weder Schnee noch Winterwetter am Wochenende: Bei der idyllischen Mühlenweihnacht an der Glattenzainbachmühle in Kirchenkirnberg kommt trotzdem richtig Stimmung auf.

Ein wenig weißer Zuckerguss auf Tannen und Wiesen hätten die Mühlenweihnacht in Kirchenkirnberg (Rems-Murr-Kreis) endgültig in ein Weihnachtsmärchen verwandelt. Doch auch ohne Schnee weckte eine der wohl idyllischsten und urigsten Weihnachtsfeiern im Rems-Murr-Kreis bei tausenden kleinen und großen Besuchern die Vorfreude aufs Fest. Bereitwillig stapften sie am Wochenende auch durch Matsch, um den Geist der Mühlenweihnacht an der Glattenzainbachmühle zu spüren.

 

Auf beiden Seiten entlang des kurzen Weges, der zum Ort hinaus ins Mühlental führt, brannten am Samstag und Sonntag hunderte Teelichter in Gläsern. Zu verfehlen war die Mühle nicht, obschon sie etwas versteckt in der romantischen Klinge des Glattenzainbaches liegt, der in seinem Verlauf das Geistlochbächlein und den Kirnbach in sich aufnimmt. Auch nicht für Ortsunkundige. Unzählige Lichter ließen sie schon aus der Ferne in festlichem Glanz erstrahlen und brachten die Augen aller zum Leuchten.

Die größte Schneekugel im Schwäbischen Wald

Rund um die liebevoll gestaltete Mühle, in der Anja Hübner und ihr Mann Timo eine kleine „Naturwerkstatt“ mit Kreativem und Kunsthandwerklichem für Haus und Garten eingerichtet haben, gab es – nicht nur für Kinder – viel zu entdecken – etwa die „größte Schneekugel im Schwäbischen Wald“ oder die kleinen Wichtel, die sich im Weihnachtsgedichtewald versteckt hatten – und zu erleben, sei es Märchen mit der Schwäbischen Waldfee, eine Licht- und Feuerjonglage oder eine Fackelwanderung.

Manfred Krautter und Walter Hieber, die beiden Naturparkführer, wollen mit der von ihnen initiierten Mühlenweihnacht ihren Mitmenschen nicht nur eine vorweihnachtliche Freude machen, sondern auch die alten Mühlen bespielen. „Das sind schließlich einzigartige historische Gebäude, und allein der Mühlentag war uns zu wenig, wir wollten sie mehr ins Bewusstsein rücken“, sagt Manfred Krautter. Die erste Mühlenweihnacht organisierten sie im Jahr 2015 an der Heinlesmühle in Alfdorf. Eigentlich, erzählt Krautter, sei geplant gewesen, mit der Veranstaltung auf Reisen zu gehen, damit alle Mühlen einmal an die Reihe kommen.

Nicht jeder Platz ist geeignet

Doch es habe sich rasch herausgestellt, dass sich nicht jeder Platz für die Mühlenweihnacht eignet, erzählt Krautter. Bei der Glattenzainbachmühle habe jedoch alles gepasst. „Das gilt auch für das Engagement der Mühlenbesitzer.“ Seit 2016 findet die Mühlenweihnacht nun in Kirchenkirnberg statt, und davon profitiert viele. „Wir legen Wert auf regionale Produkte“, sagt Manfred Krautter. Das gilt für die Brötchen, die von einer Bäckerei in Fornsbach kommen und auch für die einmalige Weihnachtsbratwurst mit einem Hauch von Spekulatiusgewürz. „Die macht ein Metzger in Hellershof nur für uns.“

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