Weihnachtsball der Aids-Hilfe Firmen unterstützen HIV-Kranke

Von Petra Mostbacher-Dix 

Die Aidshilfe Stuttgart hat am Samstag ihren ersten Weihnachtsball veranstaltet. Dabei ging es vor allem darum, auf das Anliegen der Aidshilfe hinzuweisen.

Die Aidshilfe feiert im Kursaal. Foto: LG/Reich
Die Aidshilfe feiert im Kursaal. Foto: LG/Reich

Stuttgart - Die Kochmützen scheinen durch den Kursaal von Bad Cannstatt zu schweben. 84 Kinder, allesamt Europa-Miniköche, servieren kunstvoll angerichtete Cremes. Die Desserts krönen ein viergängiges Menü, das 208 Gästen mit Saalkarte beim Weihnachtsball der Aidshilfe Stuttgart am Samstag kredenzt wurde, bevor sie zur Musik einer Band und eines DJs tanzten, der Violinistin Ana-Maria Lungu und der sanft-souligen Stimme Samuel Türksoy, Teilnehmer der aktuellen Staffel von The Voice of Germany, lauschten. Auch im Foyer spielte eine Band: Dort schlenderten rund 100 Gäste mit Flanierkarte durch den Wandelgang und nahmen an Ständen kulinarische Häppchen ein. Schirmherr war Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

Weltweit leben 35 Millionen Menschen mit HIV

Es war der erste Weihnachtsball der Aidshilfe Stuttgart, die vor 20 Jahren als Selbsthilfeorganisation gegründet wurde. „Statt der üblichen Weihnachtsfeier wollten wir zum Welt-Aids-Tag einen Benefiz-Ball, um auf unser Anliegen hinzuweisen“, so Franz Kibler, Geschäftsführer der Aidshilfe Stuttgart. „Aids und HIV sind gesellschaftlich relevante Themen, die uns alle angehen.“ Seit sich die Therapie für HIV- und Aids-Erkrankte verbessert habe, sei das manchen nicht mehr so bewusst. Menschen, die offen mit ihrer HIV-Infektion umgingen, seien oft stigmatisiert. „Das ist psychisch belastend, wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen.“

Weltweit leben 35 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, rund 83  000 in Deutschland, etwa 9000 in Baden-Württemberg. Im Südwesten stieg laut dem Robert Koch Institut die Zahl der registrierten Infektionen zuletzt leicht an. „Präventives Arbeiten, wie wir es tun, ist unerlässlich “, so Kibler. „Wir beraten und betreuen Betroffene. Dafür brauchen wir Unterstützer.“ Man habe mit einer Agentur kooperiert, die ihr Netzwerk zur Verfügung stellte. Firmen unterstützten den Abend, bis Mitternacht kam ein Zwischenstand an Spenden von 13 500 Euro zusammen.

Ein Netzwerk aus neuen Unterstützern

Was danach ging, ist am 17. Dezember um 15.30 Uhr zu erfahren, wenn die Spende am Stand der Aidshilfe auf dem Weihnachtsmarkt übergeben wird. „Andere Städte haben so einen Ball schon länger“, so Brigitte Lösch, Vizepräsidentin im Landtag von Baden-Württemberg. „Da lernen sich Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen, etwa Wirtschaft, Politik, Sport, Kultur, kennen, die sonst nichts mit dem Thema zu tun haben. Das schafft ein Netzwerk aus neuen Unterstützern.“

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