Krokant, Glühwein, Mokka – auf den Schildern ist schön aufgereiht zu lesen, welche Sorte von Schokoküssen sich in den Boxen befindet. Die Liste ist lang: Fast 30 Sorten hat Kathrin Waschek beim Fellbacher Weihnachtsmarkt im Programm. Ganz neue Schokokuss-Kreationen sind dabei, erzählt sie – wie beispielsweise Pflaume, Haselnuss, Cappuccino oder Salzkaramell.
Sie und ihr Vater Alexander haben noch mal aufgestockt im Vergleich zum vergangenen Jahr. Da seien es rund 20 Sorten gewesen, nun sind es fast 30, sagt Kathrin Waschek. Eine Kundin kann sich an diesem späten Nachmittag noch nicht so recht entscheiden angesichts der großen Palette, welche Sorten es denn sein sollen.
Die Schaumküsse stammen von der Firma Köhler aus der Pfalz
Elke Elsenhans hat die Entscheidung schon getroffen. Mit einer Zwölfer-Box in der Hand tritt sie den Heimweg nach Böblingen an. Die Schokoküsse mit Mokkafüllung seien beispielsweise eine Variante, die sie besonders schätze. Sie hat den Bummel auf dem Fellbacher Weihnachtsmarkt mit einem Besuch in der Umgebung verbunden. „In Stuttgart gibt es so einen Stand meines Wissens nicht“, sagt sie mit Begeisterung. „Das hier ist einfach eine Seltenheit.“
Dem Familienbetrieb wurde Anfang 2022 der Bonbonwagen gestohlen
Die Schaumküsse, die die Familie Waschek im Sortiment hat, stammen von der Firma Köhler aus der Pfalz, erzählt Kathrin Waschek. Sie steht mit ihrem Verkaufswagen beim Weihnachtsmarkt im Fellbacher Rathausinnenhof, der mit einem von Tausenden von LED-Leuchten erzeugten Sternenhimmel stimmungsvoll ins Licht gesetzt wurde. Der Verkaufswagen ist etwa zehn Meter lang. „Wir haben viel investiert“, sagt Kathrin Waschek. Den Wagen hätten sie neu gekauft und dann ausgebaut, erzählt sie.
Der Familienbetrieb aus Leutenbach musste schon einige Rückschläge in der Vergangenheit wegstecken. Während der Coronazeit mussten sie wie viele andere Beschicker ein dickes Umsatzminus verkraften. Beim Advent „to go“ 2021 waren verschiedene Weihnachtsmarktbuden als Ersatzkonzept für die coronabedingte, kurzfristige Absage des Weihnachtsmarktes über das Stadtgebiet verteilt worden. Einbußen waren da programmiert. Dann kam ein weiterer Schlag für das Familienunternehmen: Der Verkaufsanhänger wurde Anfang 2022 in Rommelshausen gestohlen. Die Suche nach den Tätern blieb erfolglos. Alexander Waschek konnte die Daten des Anhängers ohne zu überlegen, aufzählen: 2,8 Tonnen schwer, mit Deichsel etwa 7,5 Meter lang und 2,5 Meter breit. Der große hellbeigefarbene Kasten mit Klappen blieb aber verschwunden – inklusive mehrerer Maschinen.
Doch nun wollen die Wascheks wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft schauen. „Am ersten Adventswochenende war richtig viel los“, erzählt Kathrin Waschek. Außer den Schaumküssen bietet sie unter anderem selbst zubereitete Früchte-Schokospieße an. „Die Früchte kaufe ich immer frisch auf dem Großmarkt“, sagt die Schaustellerin. Das bedeute, sehr früh rauszufahren, um rechtzeitig beim Stuttgarter Großmarkt zu sein. Erdbeeren, Bananen, Sternfrüchte – das alles verwendet sie unter anderem für die süßen Spieße. Es steckt einiges dahinter, um den Verkaufsstand in der Budenstadt zu betreiben. „130 Kilogramm Bonbons haben wir in 5-Kilo-Säcken bekommen und dann in 100-Gramm-Packungen abgepackt“, erzählt Kathrin Waschek.
Die Schaustellerin würde sich einheitliche Öffnungszeiten wünschen
Jetzt hofft sie, dass die Besucher weiterhin vorbeischauen, auch wenn sie mit den Öffnungszeiten des Fellbacher Weihnachtsmarktes hadert. „Vielen meiner Kunden wäre es lieber, wenn wir einheitlich ab 12 Uhr geöffnet haben könnten“, sagt Kathin Waschek. Montags, dienstags und mittwochs ist die Budenstadt erst ab 16 Uhr geöffnet. „Viele wollen in der Mittagspause vorbeischauen“, sagt Kathrin Waschek. Die Preise für die Box mit zwölf Schaumküssen sei bei 8 Euro gleichgeblieben. Bei Nüssen und Obst hätte sie jedoch leicht erhöhen müssen wegen der gestiegenen Einkaufspreise. Bis 22. Dezember steht der Bonbonwagen der Wascheks in der Fellbacher Budenstadt, danach ist der Aalener Lichtmessmarkt am 2. Februar einer der nächsten Stationen, die sie mit dem Süßwarenwagen ansteuern.
Schokoküsse, Confiserie und Eis
Firma Köhler
Die mittelständische Schokoladenmanufaktur im hessischen Hainburg, die Firma Köhler, wird in dritter Generation von Sven Kaufhold geführt. Das Unternehmen hat drei Schwerpunkte in der Produktion: Schokoküsse, Confiserie und Eis. Philipp Köhler machte sich 1933 mit einer Waffelbäckerei in Hainburg selbstständig. Ab den 1940ern gehörten die Herstellung von Schokoküssen, ab den 1950ern auch der Großhandel für Eisdielen zum Programm. 1962 stellte man die Waffelfertigung ein und setzte verstärkt auf Schokoküsse.
Weihnachtsmarkt
Der Weihnachtsmarkt Fellbach geht noch bis zum 22. Dezember. Die Öffnungszeiten sind: Montag bis Mittwoch, 16 bis 20 Uhr (Imbissstände bis 21.30 Uhr, Ausschankende 21 Uhr), Donnerstag bis Sonntag, 12 bis 20 Uhr (Imbissstände bis 21.30 Uhr, Ausschankende 21 Uhr).