Champignons, Churros und Co. Vegan schlemmen auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt
Die veganen Köstlichkeiten an den Ständen des Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkts sind im Kommen. Aber man muss sie auch finden.
Die veganen Köstlichkeiten an den Ständen des Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkts sind im Kommen. Aber man muss sie auch finden.
Der Wildschweinkopf auf der Bräterey von Karl Göbel lässt es kaum erahnen. In einer riesigen Pfanne röstet Jens Harbrecht auf dem Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt Champignons – und zwar vegan zubereitete. „Die sind hier der Renner. Auf dem Volksfest in Stuttgart gingen sie nicht so gut weg.“ Daneben brät er Rosmarinkartoffeln. Alles wird mit Rapsöl gemacht. Neben den klassischen Wildspezialitäten gibt es an dem Stand zwei Gerichte, die ohne tierische Bestandteile auskommen. Beim Kräuterrahm allerdings muss Harbrecht passen. Vegane Soßen seien nicht im Angebot. Für konsequente Veganer gibt es das gebratene Gemüse dann nur pur.
Wer mehr will als die klassischen Pommes frites, muss sich an den Marktständen auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt durchfragen. Einen veganen Weihnachtsmarkt, wie er am 16. und 17. Dezember auf der Kulturinsel in der Stuttgarter Güterstraße stattfindet, hat Esslingen noch nicht. Dennoch gibt es einige Spezialitäten, die auch konsequente Veganerinnen und Veganer genießen können. Gegenüber dem Alten Rathaus zeigt ein Pfeil zum Falafel-Stand. Da hat sich eine lange Schlange gebildet, darunter steht auf einem Holzschild geschrieben „vegan“. Die Falafel sind aus Kichererbsen gemacht, dazu gibt es Fladen und frisches Gemüse.
Nicht ganz ohne Milchprodukte arbeitet das Team am „Knobi“-Stand, der wenige Meter entfernt liegt. Zur Knoblauchsoße hat Rafael Alimo zwar eine Alternative hergestellt. „ Die vegane Variante auf Ölbasis wird nur zwei bis drei Mal am Tag verlangt.“ Das Brot mit Peperoni, Schnittlauch und anderen frischen Belägen ist aus Dinkelmehl hergestellt. Alimo ernährt sich selbst vegan. Er freut sich, „dass das Bewusstsein für diese Form der Ernährung wächst“. Dennoch stoße man oft an Grenzen. In Leipzig gebe es einen Weihnachtsmarkt, „da werden nur vegane Speisen verkauft“. Er und sein Team möchten den Gästen, die sich vegan ernähren, eine Alternative bieten. Im Moment sei die Nachfrage nach der vegetarischen Variante aber deutlich größer.
Wer durch die Reihen mit den Ständen schlendert, findet auch getrocknete Mangos oder Cranberries, gebrannte Mandeln und vieles mehr, das ohne tierische Produkte auskommt. Beim Glühwein ist das allerdings nicht immer so – zur Klärung des Weins wird oft Gelatine eingesetzt.
Am Postmichelbrunnen zieht ein grünes „V“ auf dem Holzschild am Stand die Blicke auf sich. Da bieten Nadja Weeber und ihr Team Churros an. Das spanische Fettgebäck aus Brandteig stellen sie aus Weizenmehl und ohne tierische Produkte her, „aber das Rezept ist geheim und geben wir nicht preis“. Schwierig werde es mit der Schokoladentunke. Deshalb steht ein Glas mit Schokocreme im Stand. „Wir haben aber inzwischen auch eine vegane Schokotunke aus Bitterschokolade“, sagt Weeber. Sie und ihr Team experimentieren mit Zutaten, die keine tierischen Produkte enthalten. Neulich seien Spanier an den Stand gekommen und hätten die Leckerei aus ihrer Heimat probiert. „Die haben unser Churros-Rezept sehr gelobt.“
Leichter haben es Vegetarier auf dem Esslinger Weihnachtsmarkt. Suppen auf Gemüsebasis, Käsespätzle und andere fleischlose Gerichte gibt es an einigen Ständen. Diese Alternativen zur Bratwurst sind beliebt.