Weihnachtsmarkt in Esslingen Ein halbes Wochenende zum Auftakt
Großer Andrang am Samstag, geschlossene Buden am Sonntag – das erste Wochenende des Esslinger Weihnachtsmarktes war in diesem Jahr ungewöhnlich.
Großer Andrang am Samstag, geschlossene Buden am Sonntag – das erste Wochenende des Esslinger Weihnachtsmarktes war in diesem Jahr ungewöhnlich.
Die Adventszeit steht kurz bevor. Am Donnerstagabend eröffnete der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt in Esslingen. Am Samstag nutzten zahlreiche Besucher eine der ersten Gelegenheiten zum Schlendern durch die liebevoll geschmückte Budenstadt auf dem Markt- und Rathausplatz sowie dem Hafenmarkt bis in die Ritterstraße. Winterzauber, Glitzerschein und Glühweinduft sorgten für die passende Einstimmung auf das Weihnachtsfest. „Es ist eine sehr gute Atmosphäre“, freute sich Petra Pfeiffer. Sie leitet das Veranstaltungsmanagement der Esslinger Markt- und Eventgesellschaft.
Marktbeschicker, Gaukler, Narren und Künstler tummeln sich noch bis zum 21. Dezember auf den Plätzen und in den Gassen der einstigen Reichsstadt. Die Jahrhunderte alten Fachwerkhäuser, das Alte Rathaus, auch die großen Kirchen – die Frauenkirche, St. Dionys und St. Paul – sorgen insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit im flackernden Fackelschein für die eindrucksvolle Kulisse des Marktes, der als einer der schönsten seiner Art gilt und längst internationale Bekanntheit erlangt hat.
Regelmäßig kommen neben vielen Einheimischen auch zahlreiche Touristen aus aller Welt nach Esslingen, um den Mittelalter- und Weihnachtsmarkt zu besuchen. Sie kommen aus der Schweiz, Italien, Spanien, auch aus Übersee und Asien. Am Samstag waren viele Menschen auf dem Weihnachtsmarkt in Esslingen, die Englisch mit US-Akzent sprachen. Rosa und Michael waren zwei von ihnen. Sie loben die besondere Kulisse, die Unterhaltung und das kulinarische Angebot, während sie genüsslich an ihren Glühweintassen nippten. „Amazing“ lautet das Urteil bereits am Start ihrer Tour über den Markt, bevor sie sich auf die Suche nach einer Bratwurst ins Getümmel begeben.
Das vielfältige und umfangreiche Unterhaltungsprogramm zählt zu den Höhepunkten des Mittelaltermarktes. „Wilde Musik oder zarte Klänge, Stelzenläufer, Gaukler, Feuerzauberer, Akrobaten, Erzähler, Spielleute und Tänzer“ zählen die Veranstalter auf. Das Programm kann täglich auf vier Bühnen verfolgt werden. Am Samstag gab es unter anderem Musik, Jonglierkunst und einen Schwertschlucker zu bestaunen.
Orangen, Zimt, Mandeln, Nüsse, Gewürznelken – beim Biss in den Lebkuchen werden Kindheitserinnerungen wach. Hungrig muss den Markt niemand verlassen. Zum Essen gibt es Gegrilltes, Waffeln, Frittiertes und viele süße Leckereien. Auf heiße nicht-alkoholische Getränke hat sich der Stand „Alb-Weihnacht“ von Petra und Jochen Köthe spezialisiert. Es gibt Heißgetränke mit Ingwer/Zitrone, Orange/Honig oder Zitrone/Minze. Auch warmer Prisecco steht auf der Karte. Manche Kunden seien zunächst irritiert, dass es keine alkoholischen Getränke gebe, berichtet Jochen Kothe. „Es ist noch unbekannt, man muss es positiv anbieten“, sagt er. Nach dem Probieren seien aber alle begeistert, berichtet er über Rückmeldungen.
Wenige Meter weiter bietet Nadine Khatib handgemachten und fair gehandelten Schmuck aus Mexiko an. Sie ist ebenfalls zufrieden mit dem Auftakt des Weihnachtsmarkts. „Obwohl das Wetter am Freitag bescheiden war, waren viele gut gelaunte Besucher da“, freute sie sich. Beim Einkauf seien aber viele Menschen noch etwas zurückhaltend. „Es könnte mehr sein“, meint sie. Vielleicht sei die Kaufzurückhaltung eine Folge der vergangenen Monate mit hoher Inflation, vermutet sie. Dass sich die Inflation auf das Kaufverhalten vieler Besucher auswirken könnte, das befürchtet auch Petra Pfeiffer. Mit dem Besucherandrang ist sie aber wenige Tage nach dem Beginn des Marktes zufrieden. „Gerade strömen die Leute, es wird ein guter Samstagabend“, erklärte sie. Für einen sorglosen Bummel wurde im Vorfeld ein Sicherheitskonzept in Zusammenarbeit mit Stadt, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst abgestimmt. Dass es in den vergangenen Jahren Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte gab, haben die Organisatoren bei der Planung im Hinterkopf. Zum Schutz gegen Fahrzeuge gibt es in Esslingen verschiedene Barrieren, die jedoch für Rettungsfahrzeuge durchlässig sind.
Am Sonntag blieb der Esslinger Weihnachtsmarkt aufgrund des Totensonntags geschlossen.
Angebot
Die Gäste des Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarktes erwarten laut Veranstalter 180 Stände und stolze 500 Programmpunkte. Zu kaufen gibt es neben Essen und Trinken allerlei weihnachtliche Dekorationen und Handarbeiten.
Anfahrt
Insbesondere an den Wochenenden wird es erfahrungsgemäß eng in den Parkhäusern rund um den Esslinger City-Ring. Die S-Bahn-Linie S 1, die Regionalbahn und verschiedene Buslinien halten am Bahnhof und am Busbahnhof Esslingen. Von dort sind es etwa zehn Minuten Gehzeit bis zum Esslinger Marktplatz.
Öffnungszeiten
Der Weihnachts- und Mittelaltermarkt hat noch bis zum 21. Dezember sonntags bis donnerstags von 11 bis 20.30 Uhr sowie freitags und samstags bis 21.30 Uhr geöffnet.