Weihnachtsmarkt in Fellbach Geteilte Meinungen über geteilte Budenstadt

Von Claudia Bell 

Die Verlegung der Eisbahn zur Schwabenlandhalle hin sehen vor allem Familien kritisch. Weil die Bühne inmitten des Schaugartens mit nur einer Stufe sehr niedrig und der Platz ringsherum begrenzt ist, war den meisten Eltern und Großeltern der Blick auf die singenden Kinder und den Nikolaus versperrt.

Hanna knipst den „Sternenhimmel“ an bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts durch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Foto: Claudia Bell
Hanna knipst den „Sternenhimmel“ an bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts durch Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. Foto: Claudia Bell

Fellbach - Die Sorge der Fellbacher Eltern am späten Samstagnachmittag war unbegründet: Angelockt durch das vereinte, laute „Nikolaus“-Rufen der vielen Kinder und Erwachsenen war der Mann mit Bart glücklicherweise doch in der Lage, sich Glocken-bimmelnd seinen Weg durch die eng stehende Menge bis auf die Weihnachtsmarktbühne hin zu bahnen, um dort die Besucher gemeinsam mit Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull willkommen zu heißen.

Weniger Begeisterung löste hingegen die generelle Situation während der Eröffnungsfeier unter den Anwesenden aus

Ehe er aber traditionell seine Schoko-Nikoläuse an die Kinder verteilen konnte, waren der Chor der Silcherschule mit mehreren Liedern und Gabriele Zull mit allerhand guten Wünschen für die Zuhörer an der Reihe. Teure Geschenke seien nicht das Wichtigste, betonte die Rathaus-Chefin. „Nehmen Sie sich lieber mehr Zeit füreinander und öfter eine Auszeit und genießen Sie das Miteinander“, sagte sie. Viel Applaus erhielt Gabriele Zull für ihre Bestätigung, dass das seit vielen Jahren leer stehende Waldschlössle bald wieder zum Leben erweckt werde. „Dann gibt es den Wald für die Kinder nicht mehr nur hier unten auf dem Weihnachtsmarkt, sondern bald auch wieder oben auf dem Kappelberg.“

Weniger Begeisterung löste hingegen die generelle Situation während der Eröffnungsfeier unter den Anwesenden aus. Weil die Bühne inmitten des Schaugartens mit nur einer Stufe sehr niedrig und der Platz ringsherum begrenzt ist, war den meisten Eltern und Großeltern der Blick auf die singenden Kinder und den Nikolaus versperrt.

Weniger Begeisterung löste hingegen die generelle Situation während der Eröffnungsfeier unter den Anwesenden aus

Auch die Tatsache, dass sich die Eisbahn erstmals im Park der Schwabenlandhalle befindet, fand zumindest am ersten Abend keinen großen Anklang – auch wenn die Entscheidung der Stadt für diese neue Konzeption tatsächlich ja den Wünschen der meisten Fellbacher Bürger entspricht.

„Die Eisbahn ist nun viel zu weit weg vom eigentlichen Geschehen des Weihnachtsmarktes“, kritisierte etwa Stefan Kühner. Nun könne man den Besuch des eigentlichen Marktes mit seinem gastronomischen Angebot nicht mehr wie früher mit dem Besuch der Eisbahn verbinden, weil beide Bereiche zu weit voneinander entfernt seien. Die Essens- und Getränke-Buden neben der Eisbahn seien zudem nicht sehr einladend, die Stimmung dort habe wenig mit einem Weihnachtsmarkt zu tun. Es sei schade, dass man als Familie nun vom eigentlichen Geschehen des Weihnachtsmarktes ausgeschlossen sei. „Wir werden deshalb in diesem Jahr sicher nicht so oft auf den Markt gehen“, bedauert der Familienvater.

Die Fellbacher hätten gerne den Schaugarten behalten wollen, und dem habe man nun Rechnung getragen

Es sind Kritikpunkte, die die Pressesprecherin der Stadt durchaus nachvollziehen kann. „Ich kann das verstehen, aber wir hatten einfach keine andere Möglichkeit für die Eisbahn“, sagt Sabine Laartz. Die Fellbacher hätten gerne den Schaugarten behalten wollen, und dem habe man nun Rechnung getragen. Verschiedene Alternativ-Standorte für die Eisbahn seien geprüft, aber aus gewichtigen Gründen wieder verworfen worden. „In der Kirchhofstraße etwa hatten wir das Brandschutzproblem, vor dem Rathaus ging es nicht wegen des Gefälles. Außerdem befindet sich hier der Notausgang der Tiefgarage, der ja auch frei bleiben muss“, so die Stadtsprecherin.

Die Organisatoren rund um den Marktleiter Rolf Krautter hätten wirklich alles versucht, die heimelige Atmosphäre des Weihnachtsmarktes so gut es eben ging mit in den Schwabenlandhallen-Park zu nehmen und die Wünsche der Menschen zu respektieren. „Wenn das nicht funktioniert, muss man künftig dann eben die Konsequenzen tragen“, so Sabine Laartz.