Weihnachtsmarkt in Stuttgart Neues Sicherheitskonzept soll kommen

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Das Sicherheitskonzept für den diesjährigen Weihnachtsmarkt in Stuttgart steht. Doch der Gemeinderat diskutiert bereits über ein Millionen-Budget für feste Absperrungen auf bestimmten Plätzen in der Stadt.

Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt laufen – auch bei den Sicherheitskräften. Foto: Lichtgut/Piechowski
Die Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt laufen – auch bei den Sicherheitskräften. Foto: Lichtgut/Piechowski

Stuttgart - Das Bild von Betonsperren rund um den Stuttgarter Weihnachtsmarkt ist im vergangenen Winter neu gewesen. Doch es soll nicht dauerhaft so bleiben: Dass die Stadt an Alternativen arbeitet, ist schon seit längerem bekannt. In den aktuellen Haushaltsberatungen sprechen nun Verwaltung und Gemeinderat darüber, wie viel Geld dafür in den kommenden Jahren ausgegeben werden soll. Die Verwaltung schlägt für den Doppelhaushalt im Jahr 2018 eine Summe von 650 000 Euro vor, 2019 soll eine weitere Million in die Sicherung von Veranstaltungsplätzen und –Flächen in der Stadt investiert werden. Dabei geht es zunächst nur um die Summen. Wie die Absicherung aussieht, soll nach Informationen dieser Zeitung noch festgelegt werden. Demnach werden unter anderem versenkbare Poller diskutiert. Wassersäcke, wie sie die Stadt Ludwigsburg in diesem Jahr zum ersten Mal für den Schutz ihrer Marktbesucher einsetzt, sind offenbar kein Thema für Stuttgart.

Sicherheitsvorkehrungen ähnlich wie im vergangenen Jahr

In diesem Jahr wird die Sicherung des Stuttgarter Weihnachtsmarktes etwa so aussehen wie bereits 2016. „Die Gefährdungslage ist weiterhin abstrakt hoch, aber eine konkrete Bedrohung für Stuttgart ist nicht bekannt“, sagt der Polizeisprecher Stephan Widmann. An fünf Stellen werden Betonsperren stehen, um potenzielle Attentäter mit Fahrzeugen zu stoppen. Außerdem werden an den Straßen, die auf die Plätze führen, wieder Polizeibeamte mit Maschinenpistolen stehen. Darauf hatten sich die Veranstaltungsgesellschaft In.Stuttgart, die Stadt und die Polizei im vergangenen Jahr nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin geeinigt.

„Wachsamkeit ist geboten. Da bitten wir auch die Besucher darum“, sagt der Sprecher der Veranstaltungsgesellschaft In.Stuttgart, Jörg Klopfer. Das erhofft sich auch die Polizei: „Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte nicht zögern, uns zu alarmieren“, sagt Polizeisprecher Widmann. Bei gefährlichen Lagen oder sollte doch ein Anschlag passieren, liege allen Verantwortlichen eine Alarmierungsliste vor, wer zu verständigen sei, sagt Jörg Klopfer.

Die Beschicker des Markts teilen die Ansicht der Behörden, dass der Sicherheitsstandard weiterhin hoch sein müsse. „Ich finde es zwar schade, dass es sein muss, dass unser Land sich so verändert hat“, sagt die Wirtin Conny Weitmann, die einen großen Gastro-Stand betreibt. „Aber wir sind sehr froh, dass wir so geschützt werden“, fügt sie hinzu. Stimmen von Kollegen, die sich kritisch über das Sicherheitsaufgebot äußern würden, habe sie keine vernommen, sagt Conny Weitmann. Kritische Marktbesucher hatten sich dahingehend geäußert, dass die Anwesenheit der mit Maschinenpistolen bewaffneten Polizisten und die Betonsperren bei den Weihnachtsmarktbesuchern erst ein Gefühl der Unsicherheit erzeugen würden. Das Gegenteil ist das Ansinnen der Polizei: „Wir tun alles, um den Besuchern ein Gefühl der Sicherheit zu geben“, sagt Polizeisprecher Widmann. Das gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Gesellschaft In.Stuttgart erstellte Konzept sei „erprobt und bewährt“. Die polizeiliche Präsenz sei erhöht. Wie viele Beamte mehr an den Adventstagen in der Stadt unterwegs sein werden, das verrät die Polizei aber nicht.

Doch nicht nur Terroranschläge und deren Verhinderung beschäftigen die Polizei vor Weihnachten. Die Beamten, darunter auch die im Sicherheitskonzept Stuttgart seit bald zwei Jahren eingesetzten, werden auch auf Taschendiebe achten, die versuchen, den Besuchern das Geld für die Weihnachtseinkäufe zu stehlen. Auch wenn Bettler sich am Rande des Markts nicht an die Regeln halten sollen, etwa wenn sie verbotenerweise aggressiv betteln, habe die Polizei das im Blick.