Weil der Stadt Das Städtle übernimmt die Erddeponie gerne

Von Florian Mader 

Gesagt, getan, gelöst. So gehen die Siebenerräte bei ihrer Narreten Sitzung alle Probleme an.

Kein Platz zum Sitzen, keine Luft zum Atmen. Die Stimmung ist dafür umso besser bei der Narreten Sitzung im Sitzungssaal des Weil der Städter Rathauses Foto: factum/Bach
Kein Platz zum Sitzen, keine Luft zum Atmen. Die Stimmung ist dafür umso besser bei der Narreten Sitzung im Sitzungssaal des Weil der Städter Rathauses Foto: factum/Bach

Weil der Stadt - Die Probleme des Keplerstädtchens haben einfach überhand genommen. Wie gut, dass sich am vergangenen Sonntag beim Narrensprung die sieben Herren vom Siebenerrrat der AHA die Macht ergattert haben. Am Donnerstagabend nun haben sie alle notwendigen Beschlüsse gefasst.

Dafür bedanken kann sich zuvorderst der Landkreis, der mit seiner verzweifelten Suche nach dem Standort für eine Erddeponie überall auf Ablehnung gestoßen ist. „Unser Lösung, die ist geil / die Deponie, die muss nach Weil“, verkündet der eigens eingerichtete Technische Ausschuss unter seinem Ober-Dichter Syn Schmitt. „No hen mir au mal was vom Kreis / und isch’s bloß Dreck und alter Scheiß“, lautet die stichhaltige Begründung in der Tischvorlage, die die vier Herren vortragen. Denn:

„Renningen schreit: Halt die Gosch / nemm Du den Dreck, mir hen den Bosch.

Auch Weissach wird ins Auge g’fasst, / doch Dreck halt nicht zu Porsche passt.“

Bleibt in der Sitzung der Narrenzunft zu klären, wo die Weiler Erddeponie aufgeschüttet werden soll. Ins Hotel Krone Post und all die Innenstadtläden – die stehen ja ohnehin leer.

Der Calwer Landrat Helmut Riegger und seine Hesse-Bahn

„Em große Wald in Merklingen tät au no was gehen, / dass Heimsheimer onsre Windräder no besser seh’n“, lautet der eine Gegenvorschlag. „Man schütte einen Damm auf in der Nagold aus Dreck / no hätt Hirsau ein Badesee und der Riegger wär weg“, votiert ein anderes Mitglied des Technischen Ausschusses.

Überhaupt – der Calwer Landrat Helmut Riegger und seine Hesse-Bahn. Der wird auch in allen anderen Tagesordnungspunkten von den Herren Siebenerrat als Problem identifiziert. Wie gut, dass im Rahmen der Narreten Sitzung auch die „Hesse-Mops-Calvinisten“ ihre Chorprobe unter ihrem Chefdirigenten Johannes Bair abhalten. „Auf dr Calwer Hessebahna / wollt a mol a Landrat fahra / goht zum Winni, lupft da Huat / a grüns Zügle send so guat“, lauten die neuen Strophen der Schwäb’sche Eisenbahn.

„Doch die Streck wa nicht rentabel / s war für beide sehr blamabel / hend auf falsche Zahla baut / ond em Faißt sei Strecke klaut.“ Doch zum Glück sichtete bei der Chorprobe der anwesende „Kepleradamus“, der den Ex-Schultes Schreiber verschluckt hatte, einige Fledermäuse. „Als Beweis und Zeichen des heutigen Abends enthüllen wir darum jetzt das Hesse-Wappen“, schwört er die feierliche Runde ein. „Als Dank an die Mopsfledermaus, die Weil der Stadt gerettet hat.“

Auch der Nabu Narrenbundes ist da

Wie gut also, dass die Fledermäuse am Donnerstagabend gleich persönlich anwesend sind, zusammen mit allen Mitgliedern des Narrenbundes (Nabu). „Mir Fledermäuse vom Narrenbundes / bringen Euch die frohe Kunde“, intonieren sie sodann. „S’Windrad stellt mer vor’s Tunnel / on wenn sich dees dann dreht ganz schnell / Blost d’s Wind dia Fledermäuse / blitzschnell aus dem Tunnel naus.“

Gesagt, getan, gelöst. So schnell geht das in Weil der Stadt, wenn die Narren regieren. Bliebe das Problem der fehlenden Hotels in der Stadt, das Timon Hiller vorbringt. „Der letzte Mensch, der hier fand ein Bett / das war der Josef von Nazareth“, mahnt er an. Als prompte Lösung springt den Siebenerherren da natürlich das Rathaus ins Auge, das zu vermieten nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten schafft, sondern auch Geld in die leeren Stadtkassen spült. Und der Schlaf im Rathaus, der ist eh der beste, wie man weiß.




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