Weil der Stadt Hügel wie Zacken einer Krone

Von Florian Mader 

Es ist Sommer: Zeit also, die Wanderstiefel zu schnüren und die Augen zu öffnen. Denn zu entdecken gibt es im Altkreis einiges, vor allem in dem idyllischen Münklingen. Vom Landgraben zum Jakobsweg geht es hier.

Hier lässt es sich aushalten: Manfred Stanger und Dieter Stotz am Jakobsbrunnen. Foto: factum/Weise 35 Bilder
Hier lässt es sich aushalten: Manfred Stanger und Dieter Stotz am Jakobsbrunnen. Foto: factum/Weise

Weil der Stadt - Vom neuen zum alten Friedhof – diesen Bogen spannt die Tour rund um Münklingen. Und lässt dabei tief blicken, auf die grüne Idylle dieses Ortsteils, aber auch bis zu den alten Römern, zu den Mittelalter-Pilgern und zum Münklinger Schulfest.

„Das ist unsere Vereinswiese“, erklärt Manfred Stanger. Vom Friedhofsparkplatz hat er sich da schon ein ganzes Stück bergaufwärts gemacht und sich die kurze Verschnaufpause redlich verdient. „Hier darf jede Abschlussklasse der Grundschule einen Baum pflanzen.“ Die Schönheit des Streuobstes weitergeben, das ist dem Vorsitzenden des Münklinger Obst- und Gartenbauvereins wichtig. Und selten lohnt es sich so wie hier. Wie die Zacken einer Krone reihen sich die Hügel um die Ortschaft, mit den Apfelbäumen als bunten Perlen.

Jedes Münklinger Kind kennt die Münklinger Burg

Ein Zacken davon hört auf den Namen „Kuppelzen“, den Manfred Stanger gerade bezwingt. Bis auf die kleine Steigung ist das kein Problem, einige Windungen nach links und rechts, immer dem Zauberwort „Kuppelzenhütte bewirtschaftet“ hinterher. 20 solcher Schilder hängt Manfred Stanger jedes Jahr auf, niemand wird die Block-Holzhütte deshalb verfehlen, bei der das erste Pausen-Radler wartet. Zumindest an jedem Sonntag und Feiertag, denn vom 1. Mai bis zum 3. Oktober wechseln sich sämtliche Münklinger Vereine hier mit der Bewirtschaftung ab. So gestärkt ist das nächste Stück kein Problem, auch wenn’s dann zum Teil etwas schwieriger wird. Oberhalb der Hütte, links vom Fahrweg, geht es links auf einen schmalen Wanderpfad. Ausgeschildert ist er leider nicht. Wer nichts findet, möge Kundige fragen, denn wo das nächste Ziel ist – die Münklinger Burg – weiß jedes Münklinger Kind.

Auch der Sohn von Dieter Stotz. „Er erzählte mir eines Tages, dass er in der Schule etwas von einer Ritterburg in Münklingen gelernt habe“, erinnert sich der Mann. Das hat ihn nicht mehr losgelassen. Stotz hat in alten Büchern gestöbert, hat alte Münklinger befragt. Jetzt weiß er alles über die Historie des Ortes. Und jetzt hat er sich zum Glück mit Manfred Stanger auf Wanderung begeben. „Hier wohnten um das Jahr 1000 die Herren zu Eisberg“, erzählt Stotz.

Das Ortsarchiv ging in Flammen auf

Und das waren noch Zeiten, ein Burgfried dem Schleglerkasten zu Heimsheim ähnlich soll hier oben gestanden haben. Bis die Festung 1388 geplündert wurde und im 19. Jahrhundert schließlich als Steinbruch herhalten musste. 1892 gab es in Münklingen ein Brand, das ganze Ortsarchiv fiel den Flammen zum Opfer – viel mehr weiß man nicht.

Also schnell weiter, vorbei an einer Wiese, auf der im Frühjahr Orchideen wachsen. Bis der Wald aufhört, dann links, schnell zum nächsten Münklinger Hügel, dem Büchelberg. Unterwegs aber Obacht: Schon in den 1850er-Jahren ist hier ein Bauer mit seinen Ochsen in eine Kuhle eingebrochen. Dort unten soll er dann die Überreste eines Guthofs der Römer entdeckt haben – so besagt es jedenfalls die Münklinger Ortschronik.




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